Wolkersdorf im Weinviertel , Gänserndorf

Erstellt am 02. Januar 2018, 15:07

von Jutta Hahslinger

Zweifel an „Hasen-Story“: Verkehrsrowdy sitzt nun ein. Strafrichterin kauft Weinviertler (48) die Story vom über die Fahrbahn laufenden Hasen und einer Notbremsung nicht ab.

Weil er angeblich eine Notbremsung einleitete, um eine Frau zu provozieren, wurde ein 48-Jähriger verurteilt.  |  Shutter-stock/showcake

„Er hat mich überholt und dann plötzlich grundlos gebremst. Ich musste eine Vollbremsung hinlegen, um eine Kollision zu vermeiden. Zum Glück ging es sich aus“, schildert eine Weinviertlerin vor Gericht die unerfreuliche Begegnung am 29. September dieses Jahres mit einem Verkehrsteilnehmer in Wolkersdorf.

„Habe doch nicht abgebremst, um die Frau zu ärgern“

Der Beschuldigte, ein 48-Jähriger aus dem Bezirk Gänserndorf, will von einem unangemessenem Fahrmanöver nichts wissen und beteuert: „Ein Hase ist auf die Fahrbahn gelaufen, deshalb habe ich eine Notbremsung eingeleitet. Ich habe doch nicht abgebremst, um die Frau zu ärgern.“ Die Weinviertlerin ereifert sich sichtlich empört: „Das ist nur eine feige Ausrede. Da war weit und breit kein Hase zu sehen.“

Die Verärgerung der Zeugin entlockt dem Beschuldigten ein Grinsen, das ihm aber schnell vergeht, als die Richterin seine einschlägigen Vorstrafen zur Sprache bringt: „Sie wurden bereits zweimal, einmal sogar von mir, verurteilt, weil Sie andere Fahrzeuglenker im Straßenverkehr genötigt haben. Es gibt keinen Grund, an der Glaubwürdigkeit der Zeugin zu zweifeln, an Ihrer Hasen-Story schon“, so die Richterin und verhängt über den Verkehrsrowdy eine viermonatige Gefängnisstrafe. Nicht rechtskräftig.