Erstellt am 25. Mai 2016, 09:04

von Thomas Schindler

Weiter Angst vor freilaufendem Hund. Immer mehr Tierhalter erklären, dass sie sich vor einem freilaufenden Bernhardiner in Gänserndorf-Süd fürchten. Der Besitzer des großen Vierbeiners versteht die Aufregung nicht.

In Gänserndorf-Süd fürchten sich Anrainer vor einem freilaufenden Bernhardiner. Gäbe es wenigstens eine anonyme Anzeige, würde die Polizei dieser nachgehen.  |  NOEN, Shutterstock/Kochmarjova

Wie die NÖN berichtete, geht in einem Grätzel in Gänserndorf-Süd die Angst um. Grund: Ein Hundebesitzer soll dort seinen aggressiven Bernhardiner freilaufen lassen. Der große Vierbeiner habe schon fremde Hunde attackiert, so eine aufgebrachte Anrainerin, die den Fall ins Rollen brachte. Nachdem es bisher keine Anzeigen gegen den Hundebesitzer gibt, schreitet die Polizei auch nicht ein. Die Gemeindebürgerin plant nun eine Unterschriftenaktion.

Mittlerweile haben sich bei der NÖN weitere Hundehalter gemeldet, die die Angaben der Anrainerin bestätigen und sich ebenfalls vor dem Bernhardiner fürchten. Aber auch sie wollen bei der Polizei keine Anzeige erstatten. Warum eigentlich nicht? „Weil der Bernhardiner-Besitzer bereits gedroht hat, unsere Hunde zu vergiften.“

Es nutze auch nichts, so die Tierhalter, beim Spaziergang einen entsprechenden Abstand zu halten: „Weil der Bernhardiner absolut nicht abrufbar und zeitweise auch alleine unterwegs ist. Er läuft permanent auf andere Hunde zu und attackiert diese.“

Bernhardiner-Besitzer sieht sich als Opfer

Eine andere Tierhalterin erinnert sich: „Zweimal hatte ich das Pech, dem Bernhardiner und seinem Besitzer zu begegnen. Er erklärte mir, dass sein Hund nur deshalb nach meinem schnappt, weil meiner an der Leine ist. Weiters war er der Meinung, dass ich meinen Hund schlecht erzogen habe, sonst würde ich ihn frei laufen lassen.“ Nach beiden Vorfällen war die Tierhalterin froh, dass ihr Hund nicht verletzt wurde „und wir heil nach Hause gekommen sind“.

Der Bernhardiner-Besitzer selbst kann die ganze Aufregung nicht nachvollziehen. Im NÖN-Gespräch fühlt er sich eher als Opfer: „Bei einem Spaziergang wurde ich kürzlich mit einem Pfefferspray bedroht und beschimpft.“ Er lasse seinen Vierbeiner im Wald und neben den Feldern – also außerhalb des Ortsgebietes – ohne Leine und Maulkorb laufen, weil dies rechtlich auch erlaubt ist: „Mein Hund springt zwar zu anderen Hunden hin, tut ihnen aber nichts.“