Erstellt am 04. März 2016, 05:34

von Robert Knotz

Weitere Kogel in Planung. Die Grünen haben Wind von weiteren geplanten Hügeln bekommen und steigen auf die Barrikaden. Im Landtag wurde eine Änderung der Bauschutt-Verordnung beantragt.

VP und Grüne sprachen sich bereits im Vorjahr gegen den Marchfeldkogel aus.  |  NOEN, Knotz

Wieder gibt es hitzige Debatten um den Marchfeldkogel und um weitere neue Hügel-Projekte in der Region: Die Grünen haben von weiteren Vorhaben in der Gegend Wind bekommen. So sollen einige Firmen, darunter auch die ehemalige „Cemex“, die jetzt unter dem Namen „Rohrdorfer“ tätig ist, sowie zwei weitere Unternehmen jeweils ihre eigenen Bauschutt-Kogel errichten wollen.

Der Unternehmenssprecher der Firma Rohrdorfer meinte dazu, dass der Betrieb plant, eine Baurestmassen-Deponie im Ausmaß eines Zehntels des Marchfeldkogels zu errichten. Damit sich das rechne, sei ein gewisser „Gupf“ nötig. Außerdem habe man schon 300.000 Euro in das Projekt investiert.

Grüne: "Anschlag auf die Region und Bevölkerung"

Dies treibt die Grünen auf die Barrikaden: „Das ist ein Anschlag auf die Region und die Bevölkerung. Die massiven Deponie-Verwehungen sind ein weiteres Risiko im Feinstaub-Sanierungsgebiet Marchfeld“, so die Grünen-Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger.

In der jüngsten Landtagssitzung brachte die Öko-Partei daher einen Antrag an den Bund ein: Die Bauschutt-Verordnung möge geändert werde. Das Thema soll demnächst im Landtag auf den Tisch kommen.

Auf die Frage, warum Deponien „wie Pilze aus dem Boden schießen“, hat Grünen-Klubobfrau Helga Krismer eine Antwort: „In Wien wird viel gebaut, der Schutt muss irgendwohin. Das ist ein großes Geschäft. Und: Die Auflagen für das Recyceln von Baurestmassen sind sehr streng.“

Im Rahmen des ursprünglichen Marchfeldkogel-Projekts wollen vier Unternehmen auf einem 112 Hektar großen Gebiet einen etwa 40 Meter hohen Berg aus Baurestmassen aufschütten und im Laufe von mehreren Jahrzehnten begrünen und als Naherholungsgebiet deklarieren.