Erstellt am 13. Januar 2016, 05:03

von Stefan Havranek

Wer wird Bürgermeister?. Fünf Parteien rittern um 19 Mandate: Der außertourliche Urnengang in Engelhartstetten verspricht Spannung. Im Fokus steht das Duell um den Ortschef-Thron.

Andreas Zabadal (li.) von der SP kritisiert Josef Reiter. Reiter selbst will aber nichts von Wahlkampf-Geplänkel wissen.  |  NOEN, Archiv

Über die Weihnachtsfeiertage hielten sich die Parteien zurück, aber nun spürt man in den Katastralgemeinden deutlich, dass der Wahlkampf voll im Gange ist. Die ersten Plakate werden aufgestellt, in den Briefkästen landen Flyer mit Wahlprogrammen und die Spitzenkandidaten ziehen von Haus zu Haus. In weniger als zwei Wochen schreiten die Bürger zur Urne, um einen neuen Gemeinderat zu wählen.

Der Fokus liegt auf dem Kampf um den Bürgermeistersessel: VP-„Titelverteidiger“ Josef Reiter strebt danach, den nach 25 Jahren wieder für die VP errungenen Ortschef-Thron nicht nach einem Jahr schon wieder zu verlieren. Sein Vorgänger und „Herausforderer“ Andreas Zabadal (SP) will aber alles daran setzen, wieder Bürgermeister zu werden.

Reiter setzt auf den Bürgermeister-Bonus und vertraut seinem bewährten Team. Und auch ein erster Wahlflyer mit Vorhaben deckt sich mit den Vorhaben und Versprechen für die Gemeinderatswahl vor einem Jahr – „außer denen, die wir in der kurzen Zeit abschließen konnten“, betont Gemeinderat Leo Sabeditsch.

VP: Breitband-Ausbau und Hochwasserschutz

Ganz oben auf der schwarzen Agenda stehen Hochwasserschutz, Breitband-Ausbau, Bahntrassen-Radweg zwischen Engelhartstetten und Loimersdorf, Infos zu Gemeindeprojekten und Volksschul-Startgeld. Auch für die einzelnen Katastralgemeinden hat die VP konkrete Pläne, wie Neu-/Umbauten der FF-Häuser, Gehsteigausbau und mehr.

Reiter: „Die Wähler können entscheiden, ob die neue Politik, die mein Team und ich begonnen haben, fortgesetzt wird. Andere betreiben verbissene Kampagnen, um wieder an die Macht zu kommen“, verweist er auf eine „Hetzschrift“ der SP.

Die Rede ist von einer SP-Aussendung, die in Gestaltung und Format an die „Agora“, so hieß die Gemeindezeitung unter Zabadal, erinnerte und eine Abrechnung mit der Politik der VP-Regierung darstellte. Zabadal hat ein komplett neues Team für die Wahl am 24. Jänner zusammengestellt: Von 25 Kandidaten standen 16 vor einem Jahr nicht am Wahlzettel.

SP mit unabhängigen Kandidaten: „SP plus“

Begründet wird das damit, dass „die alten Strukturen mit den beiden Großparteien ziemlich festgefahren“ waren. „Deswegen sind wir ein Wahlbündnis mit den Personen eingegangen, die wir für am geeignetsten und erfahrensten halten und haben gemeinsam ,SPÖ plus‘ ins Leben gerufen.“ Das Ergebnis: Nur vier der 25 Kandidaten sind Rote, der Rest sind unabhängige Kandidaten.

Darunter Ex-SP-Gemeinderäte wie Andreas Nader oder Karl Aberham. Wahlkampf-Themen: Hochwasserschutz, Ortsbildpflege und Infrastruktur. Am Samstag, 16. Jänner, lädt die SP zu einer Info-Veranstaltung im Musikheim Engelhartstetten.

Interessant ist, dass auf der SP-Liste der junge Stopfenreuther Jürgen Salat antritt, während sein Vater, Martin, für die FP ins Wahl-Rennen geht. Die Blauen kandidieren mit einem achtköpfigen Team, angeführt vom Groißenbrunner Andreas Hruschka, der schon im Bad-Deutsch-Altenburger Gemeinderat Polit-Erfahrung sammelte.

Wie die FP tritt auch die „Bürgerplattform“ BPF, angeführt von Anton Svatunek, erstmals zu einer Wahl an. Mit Roland König und Leopold Geringer gehören ihr wiederum (zusätzlich zu Svatunek) drei ehemalige Mitglieder der „Liste Barnet“ an.

Deren Listenführer, der ehemalige Vizebürgermeister Johann Barnet, komplettiert die fünf antretenden Fraktionen und stellt sich mit einem dreiköpfigen Team der Wahl.


Die Kandidatenlisten für die Gemeinderatswahl in Engelhartstetten

Fünf Parteien rittern um 19 Mandate. Die NÖN hat die kompletten Namenslisten, angegeben sind aber nur jeweils 19 Kandidaten. Engelhartstetten wählt am 24. Jänner neu, weil die SP-Gemeinderäte ihre Mandate zurücklegten.

SPÖ+ (SPÖ und Unabhängige)
1. Zabadal Andreas, Geburtsjahr 1967
2. Nader Andreas, 1967
3. Esterl Eva, 1951
4. Ferstl Alexander, 1970
5. Dirnberger Manfred, 1958
6. Aberham Karl, 1970
7. Ponecz Barbara, 1969
8. Salat Jürgen, 1992
9. Grintal Rüdiger, 1945
10. König Adolf, 1961
11. Janos Barbara, 1985
12. Zöchling Josef, 1956
13. Polzer Lucia, 1972
14. Wagner Sascha, 1991
15. Podola Markus, 1975
16. König Dominik, 1984
17. Lebeda Andreas, 1967
18. Cuharova Miriam, 1969
19. Zöchling Vera, 1950

ÖVP
1. Reiter Josef, 1960
2. Blümel Cornelia, 1963
3. Palka Christian, 1966
4. Welleschitz Erich, 1967
5. Prohaska Reinhart, 1960
6. Schlöger Robert, 1970
7. Aberham Susanna, 1959
8. Sabeditsch Leopold, 1980
9. Ortner Gerda, 1964
10. Linninger Leopold, 1962
11. Rosar Carmen, 1990
12. Tomek Johannes, 1977
13. Böck Franz, 1982
14. Lang Franz, 1976
15. Linninger Elisabeth, 1940
16. Huttar Markus, 1975
17. Barnet Bernd, 1987
18. Leiss Friedrich, 1958
19. Greil Brigitte, 1960

LBJ (Liste Barnet Johann)
1. Barnet Johann, 1955
2. Hansi Matthias, 1953
3. Mück Hannes, 1968

FPÖ (FPÖ und Unabhängige)
1. Hruschka Andreas, 1988
2. Ponecz Franz, 1966
3. Karlitzky Tanja, 1991
4. Salat Martin, 1965
5. Hörmann Christoph, 1987
6. Kirschner Edith, 1964
7. Kirschner Christian, 1967
8. Taubinger Manfred, 1962

BPF (Bürgerplattform)
1. Svatunek Anton, 1954
2. König Roland, 1966
3. Geringer Leopold, 1964
4. Butz Tamara, 1991
5. Gürth Franz, 1964