Gänserndorf

Erstellt am 25. Juli 2016, 08:28

von Markus Glück

Endlose Arzt-Suche in Gänserndorf. Bis 4. August läuft die elfte Ausschreibung für eine Kassenstelle für Psychiatrie. Stadt zeigt sich gesprächsbereit.

Bereits elf Mal musste die Psychiater-Stelle in Gänserndorf ausgeschrieben werden.  |  NOEN, Pressmaster/shutterstock.com

Bereits zum elften Mal musste Mitte Juli die Kassenstelle für Psychiatrie in der Bezirkshauptstadt ausgeschrieben werden. Ende der Bewerbungsfrist ist der 4. August. Bisher gab es noch keinen einzigen Bewerber.

Kammer und GKK wollen Stelle rasch nachbesetzen

Vonseiten der Ärztekammer und der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK) ist man bemüht, die Stelle rasch nachzubesetzen. Bei der NÖGKK betont Barbara Mann von der Öffentlichkeitsarbeit die Vorteile: „Ein Vertragsverhältnis bietet einem Arzt eine gute Absicherung.“ Zudem unterstützt die NÖGKK etwa bei der Bereitstellung eines Teils des Ordinationsbedarfs.

Für die Ärztekammer liegen die Gründe für die monatelange Ausschreibung am Ärztemangel in Österreich. „Dieser Mangel zeigt sich besonders im Bereich der Psychiatrie. Dieses Fach ist seit Langem ein Mangelfach“, erklärt Birgit Jung, Pressesprecherin der Ärztekammer für Niederösterreich.

Ärztekammer hofft auf Hilfe der Gemeinden

Zusätzlich hofft man auf Unterstützung der Gemeinden. Jung: „Gibt es Anreize, wie zum Beispiel eine barrierefreie Ordination oder Hilfe bei der Miete, wird das zusätzlich in der Ausschreibung vermerkt.“

Gänserndorfs VP-Bürgermeister René Lobner betont, dass man vonseiten der Stadtgemeinde jederzeit bereit ist, zu unterstützen: „Die Ärztekammer macht es sich aber zu leicht, wenn sie die Verantwortung an die Kommunen abtritt.“ Lobner betont im NÖN-Gespräch, dass die Gemeinde bereits Haftungen für Ärzte übernommen hat, um diesen den Start zu vereinfachen.

Zusätzlich zeigt sich das Stadtoberhaupt gesprächsbereit, die Ärztethematik auch in das Projekt Zentrumsentwicklung aufzunehmen. „Gänserndorf ist ein interessanter Markt für Ärzte. Wenn aber keiner mit uns redet, und sich jeder nur abputzt, wird nichts weitergehen“, stellt Lobner klar.