Erstellt am 03. Dezember 2015, 05:03

von Thomas Schindler

Wirbel um Aushubmaterial. Eine Million Kubikmeter Gebirgsstein von Tunnelbau soll in ausgedienter Kiesgrube endgelagert werden. Bürgermeister ortet keine Probleme.

Bürgerlisten-Ortschef Peter Hofinger konnte bei der Sitzung mit positiven Neuigkeiten bei der Kinderbetreuung aufwarten.  |  NOEN, Havranek

Gänserndorfs Bürgerlisten-Obmann Walter Krichbaumer schlägt Alarm: Er hat gehört, dass das Aushubmaterial (Gebirgsgestein) vom Bau des Semmering-Basistunnels in Schönkirchen-Reyersdorf gelagert werden soll. Krichbaumer befürchtet massive Lärm- und Staubbelastungen für die angrenzende Bezirkshauptstadt und deren Umgebung.

„Da es bekannterweise in Schönkirchen keine Bahnstrecke und somit auch keinen Bahnhof gibt, wird das gesamte Aushubmaterial irgendwo auf Lkw umgeladen und mit diesen zum Endpunkt transportiert“, so der Bürgerlisten-Gemeinderat.

Der Gänserndorfer weiter: „Es soll um etwa eine Million Kubikmeter Material gehen, also um sehr, sehr viele Lkw-Fahrten. Wenn das alles stimmt, werden wir in Staub und Abgasen ersticken.“ Krichbaumer fordert die Bürger auf, sich zur Wehr zu setzen.

Hofinger: "Sehe kein Problem bei Lagerung"

Schönkirchens Bürgermeister Peter Hofinger kann die ganze Aufregung nicht nachvollziehen. Im NÖN-Gespräch klärt der Ortschef auf: „Offiziell weiß ich von diesem Projekt nichts, es gibt auch noch keine Entscheidung. Vor Lkw-Lawinen braucht aber niemand Angst zu haben. Der betroffene Kiesgruben-Besitzer hat nämlich einen Bahnanschluss.“ In Strasshof zweigt ein Gleis Richtung Schönkirchen-Reyersdorf ab und führt bis zur besagten Grube.

Hofinger: „Wenn das Aushubmaterial nicht belastet ist – und bei frischem Gebirgsstein gehe ich davon aus – sehe ich überhaupt kein Problem dabei, wenn es bei uns endgelagert wird. Das Material wird ja auch noch von der Behörde überprüft.“

Der Bürgermeister gibt auch zu bedenken, dass der Kiesgruben-Besitzer die Verfüllung seiner ausgedienten Schottergrube nicht aus Jux und Tollerei macht: „Das schreibt ihm die Behörde vor.“