Erstellt am 08. Juni 2016, 04:00

von Edith Mauritsch

Wirt platzt der Kragen. Ärger: Gastronom fühlt sich im Stich gelassen, weil bei Festen im Ort die Konkurrenz bevorzugt würde. VP-Ortschefin Rickl: "Bemühen uns um Einbeziehung örtlicher Betriebe."

Wirt Martin Berthold macht seinem Ärger über die Gemeindeführung Luft.  |  NOEN, Mauritsch

Martin Berthold, Wirt des örtlichen Gasthauses, ist nicht sehr gut auf die Gemeindeführung, im Speziellen auf VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl, zu sprechen.

„Bei den Veranstaltungen kommen Wirte von außen, so kann ich nichts verdienen“, ist Berthold erzürnt, um dann weiter auszuführen: „Die Bürgermeisterin hat bei den Wahlen versprochen, sie werde immer zuerst mich ansprechen, gehalten hat sie dies nicht.“

Bis dato nur einmal ist er für die Bewirtung bei der Gemeinde-Weihnachtsfeier herangezogen worden – und da als „Notnagel“. Bei den Veranstaltungen der Sommerbühne sei er mit Ausreden abgespeist worden. „Ich bekomme nur das Notwendigste,“ so Berthold.

Gegen den Strich geht ihm auch das Jugendzentrum. Dort werde massiv Umsatz gemacht. Die Gemeinde unterstütze die Einrichtung auch noch. Das sei Geld, das er als Unternehmer und Wirt an Abgaben abführe. „Im Grunde genommen finanziere ich mit meinen Steuern die Konkurrenz“, so die Ansicht Bertholds.

Ärger auch über die örtlichen Vereine

Auch die Vereine bekommen ihr Fett ab. Er habe bei der Gründung so mancher Organisation maßgeblich mitgewirkt, jetzt werde er links liegen gelassen.

„Ein Gasthaus ist Kommunikationszentrum in einer Gemeinde, das sollte gefördert werden“, so Bertholds Aufforderung an die Gemeindeführung. Und weiter: „Wir sind eine der ältesten Familien Groß-Schweinbarths, aber schon unter den Bürgermeistern Thaller (VP) und Brandtner (SP) wurden wir nicht eingebunden.“

Der Schuh drückt Berthold auch bezüglich einiger seiner Grundstücke. Seit 25 Jahren wolle er eine Umwidmung in Bauland, immer werde er abgewiesen mit der Argumentation, dass das Land NÖ sich querstelle. „Aus verlässlichen Quellen im Land habe ich erfahren, dass es dazu dort gar keinen Akt gibt.“

Ortschefin Rickl nimmt wie folgt Stellung: „Wir bemühen uns, seitens der Gemeinde die örtlichen Betriebe einzubeziehen. Martin Berthold hat neben der Gemeinde-Weihnachtsfeier auch die Verpflegung beim ,Gmari schauen‘ und die Florianifeier ausgerichtet, mit durchaus positiven Rückmeldungen.“ Zum Thema Umwidmungen gibt Rickl an, sie hätte keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Landes.