Erstellt am 22. Juni 2016, 05:00

von Thomas Schindler

Wut über AMS-Absage. Job-Suchender fühlt sich vom Arbeitsmarkt-Service "abgeschasselt". Das AMS weist den Vorwurf zurück: "Der Mann hat nicht die entsprechende Qualifikation."

Rudolf Balluch (links): »Ich wurde vom Gänserndorfer AMS einfach abgewimmelt.« AMS-Chef Walbert (rechts): »Er wies leider nicht die von der Firma geforderte Erfahrung auf.«  |  NOEN, privat

Rudolf Balluch aus Bullendorf (Bezirk Mistelbach) ist mehr als sauer. Der ehemalige Dienstführer beim Mistelbacher Roten Kreuz hatte sich per E-Mail beim Gänserndorfer Arbeitsmarkt-Service um eine Stelle als Disponent beworben. Zwei Minuten (!) später bekam der 51-Jährige bereits eine Absage: Er sei für den ausgeschriebenen Posten nicht genügend qualifiziert.

Absage nach wenigen Minuten

Balluch: „Ich habe in meinen früheren Jobs als Disponent und Manager gearbeitet und kann mir nicht vorstellen, dass meine Qualifizierung innerhalb weniger Minuten in Zweifel gezogen werden kann.“ Vier Tage später fragte er noch einmal telefonisch beim AMS-Chef nach: „Abermals wurde mir erklärt, dass ich aufgrund meiner Qualifizierung nicht in die engere Auswahl gekommen bin.“ Für Balluch ist das Gänserndorfer AMS seither ein rotes Tuch.

Alfred Walbert, Leiter des Gänserndorfer AMS, kann die Aufregung des Bullendorfers nicht nachvollziehen: „Wir führen für die Firma, um die es hier geht, eine Vorauswahl durch. Das heißt, wir sichten die Unterlagen der Bewerber und leiten nur die passenden Profile an den Betrieb weiter.“ Die besagte Firma sucht dezidiert einen Disponenten mit Lkw-Erfahrung.

Fehlende Erfahrung bei Lkw-Disposition

Der AMS-Mitarbeiter hatte den Auftrag gerade bearbeitet, als die Bewerbung von Balluch hereinkam. Walbert: „Da er bei der ersten schnellen Durchsicht gesehen hat, dass Herr Balluch diese von der Firma unbedingt geforderte Erfahrung in der Disposition mit Lkw nicht aufweist, hat er Herrn Balluch nicht in die engere Auswahl genommen und die rasche Ablehnung geschrieben.“

Beim späteren Telefonat hatte Walbert versucht, Balluch diesen Umstand zu erklären: Erstens, dass das AMS seine grundsätzliche berufliche Qualifikation und Erfahrung im Bereich der Disposition keinesfalls in Zweifel zieht. „Und zweitens, dass die Firma aber eben auf das Merkmal Lkw-Erfahrung besteht und wir auch schon Bewerbungen haben, die vollständig dem Anforderungsprofil der Firma entsprechen. Deshalb konnten wir ihn leider nicht in den engeren Bewerberkreis aufnehmen.“