Erstellt am 22. November 2015, 05:03

von Edith Mauritsch

Zeitzeugen erzählten. Seinerzeit zu meiner Zeit“ lautet der Name eines Projekts, bei dem Bürger von ihrem Leben erzählen. Auch einer der ältesten Groß-Schweinbarther kam zu Wort.

Die Zeitzeugen Martin Zillinger, Leopoldine Marko, Josef Hold, Josef Rickl und Jakob Hatschka (mit Ortschefin Marianne Rickl) berichteten von früher.  |  NOEN, Mauritsch

Seinerzeit zu meiner Zeit“ – unter diesem Motto starteten Michael Friedrich und Walter Lauer ein Projekt, das Zeitzeugen aus der Gemeinde vor den Vorhang holt. Es war 1958, als ein Filmteam samt namhafter Schauspieler wie Harald Juhnke, Gunther Philipp und Grethe Weiser für Dreharbeiten zur typischen 50er-Jahre-Verwechslungskomödie „Wenn Mädchen ins Manöver ziehen“ anrückte. Speziell der Bahnhof diente als Kulisse, an die 30 Ortsbewohner spielten als Statisten mit.

Leopoldine Marko gab im zarten Alter von 13 Lenzen im weißen Kleid die Ehrenjungfrau und auch nach 57 Jahren erinnert sie sich noch an jedes Wort der Regieanweisungen.

Als Zigaretten noch pro Stück verkauft wurden

Martin Zillinger bot Rückschau auf sein arbeitsreiches Leben, er war Gemeindearbeiter, Messner und Schulwart in Personalunion. „Mein Tag begann um 5 Uhr morgens mit dem Glockenläuten, dann mussten die Öfen von Schule, Gemeinde und Kindergarten beheizt werden.“ Was damals hieß, selber Holz hacken und Kohle herbeischleppen – ein Knochenjob. Als besonderen Gast begrüßten Friedrich und VP-Ortschefin Marianne Rickl mit Josef Hold einen der ältesten Groß- Schweinbarter, er begeht dieser Tage bereits sein 97. Wiegenfest.

Hold erzählte über das Warenhaus seines Vaters, das 1913 in der eröffnete. Kleidung, Kohle und Lebensmittel wurden feilgeboten in einer Zeit, wo man Zigaretten noch pro Stück erwarb. Christine Bauer führte das Geschäft bis 1997. Das Schlusszitat „Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den schlechtesten Schüler“ traf für diesen Abend nicht zu. Besucher aller Altersstufen sorgten für ein proppenvolles Auditorium.