Sulz im Weinviertel

Erstellt am 19. April 2017, 16:13

von Edith Mauritsch

Niedersulz: Schule der Regionen eröffnet. Originalgetreuer Nachbau der alten Volksschule aus Radlbrunn als Kompetenzzentrum für qualitätsvolle Kulturarbeit und Förderung der regionalen Entwicklung

Riesenandrang im Museumsdorf – kehrte zum Festakt doch ein berühmter Schüler quasi an den Ort seiner Kindheit zurück. Der scheidende Landeshauptmann Erwin Pröll setzte mit diesem letzten offiziellen Auftritt gleichsam den Schlusspunkt seiner langjährigen Politkarriere in seinem Heimatviertel.

Im Originalgebäude in Radlbrunn drückte Pröll von 1952 bis 1956 die Schulbank. Seine Erinnerungen sind durchaus humoristisch: „Manchmal hätte ich mir schon gewünscht, die Schule wäre abgebrannt“. Der Grundstein für lebenslange Freundschaften wurde dort gelegt, aber ebenso für die Überzeugung, wie wichtig die Verwurzelung in der Region im internationalen Kontext ist.

Auf die direkte Aufforderung von Moderatorin und Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich Dorli Draxler, doch als Vortragender an die Schule zurückzukehren, antwortete Pröll launig: „Ich habe mit 70 Jahren eine Karriere beendet, da fange ich doch nicht eine neue an.“ Nun, man wird sehen.

Museumsdorf Geschäftsführerin Veronika Plöckinger-Walenta fungierte als Ko-Moderatorin. Zeitzeugin Waltraude Sporrer berichtete über ihre Erlebnisse in der Schule, Weinviertel Literat Martin Neid erzählte die folgenschwere Geschichte einer Suppeneinlage, für die musikalische Umrahmung sorgten die Ortsmusikkapelle Niedersulz, die Pulautaler Kirtagsmusik und das Zistersdorfer Terzett. Dechant und Pfarrer aus Radlbrunn Edmund Tanzer nahm die Segnung vor.

Mit der Festansprache gab Pröll nochmals Zeugnis seiner charismatischen Redekunst und dem Geschick aus einem „Ich“ ein „Wir“ zu machen. Die rund 1000 Festgäste dankten es dem zum Zeitpunkt des Erscheines dieser NÖN-Ausgabe bereits emeritierten Landeshauptmann mit Standing Ovations, die dann doch ein verdächtiges Glitzern im Augenwinkel des „Landesvaters“ erscheinen ließen.

Die Schule der Regionen soll Drehscheibe zum Austausch von Interessen auch der Regionen Europas werden. Geschäftsführer Edgar Niemeczek von der Kultur.Region.Niederösterreich skizziert: „Unser Weg einer qualitätsvollen Kulturvermittlung wird konsequent fortgesetzt. Es geht darum, die Vitalität unserer Dörfer, Städte und Regionen zu erhalten und weiterzuentwickeln.“

Unter den Festgästen gesehen unter anderem: Bundesminister für Justiz Wolfgang Brandstetter, Niederösterreicher Militärkommandant Martin Jawurek, Bauernbundirektorin Klaudia Tanner und ihr Vorgänger und politischer Ziehvater Prölls Sixtus Lanner, Kultur.Region.Niederösterreich Geschäftsführer Martin Lammerhuber, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur im Land Hermann Dikowitsch, der Vorsitzende der Volkskultur Niederösterreich Privatstiftung Maximilian Kaltenböck und Dorferneuerungsobfrau Maria Forstner sowie Bezirkshauptmann Martin Steinhauser.