Erstellt am 30. Dezember 2015, 08:48

von Nina Wieneritsch

Zwei Monate vermisst: Mitarbeiter entführten Hund. Hector (2) war nach Tschechien verschleppt worden und streunte dort herum, bis er bei Prag aufgegriffen wurde. Weihnachten konnte er wieder zuhause verbringen.

Mit seinen zwei Jahren hat Hector schon einiges erlebt. Er kam als Findelkind in die Familie Papa, wurde von Mitarbeitern nach Tschechien entführt und kehrte nach zwei Monaten nach Neusiedl zurück. Die Freude bei Maria Karoline Papa (im Bild) und ihrer Familie ist groß.  |  NOEN, privat

Dass Familie Papa ihren Hector noch einmal wiedersehen würde, hätte sie nicht gedacht. Der Hund verschwand nämlich eines Tages spurlos und tauchte erst nach zwei Monaten wieder auf. In diesem Zeitraum erlebte die zweijährige Promenaden-Mischung einiges.

Zwei Monate Ungewissheit und Trauer

Aber alles der Reihe nach: Maria Karoline Papa ist Chefin eines Fliesenhandels in der Neusiedler Katastralgemeinde St. Ulrich, in dem sie zwei Mitarbeiter, ein Ehepaar, das in Tschechien wohnt, beschäftigte.

Auf dem Firmengelände befinden sich stets auch die zwei Familienhunde: „Sie halten sich immer im Hof auf. Aber eines Tages war einer von ihnen, Hector, plötzlich nicht mehr da“, schildert Papa, die mit ihrer Familie daraufhin zwei Wochen lang das verschwundene Tier intensiv suchte, sogar die Polizei wurde eingeschaltet – ohne Ergebnis. Auch eine Facebook-Seite, die sich dem Auffinden von vermissten Hunden verschrieben hat, wurde bemüht.

Papa sei von Anfang an seltsam vorgekommen, dass die Mitarbeiter an jenem Tag genau in dem Zeitfenster den Betrieb verließen, in dem auch der Hund verschwand. „Den Gedanken, dass die beiden etwas damit zu tun haben könnten, habe ich aber gleich wieder verworfen“, so Papa. Trotzdem habe sie nachgefragt – ergebnislos.

Es folgten zwei Monate der Ungewissheit und Trauer. Eines Tages dann der ersehnte Anruf: Die Betreiberin der Facebook-Seite teilte mit, dass der Hund in Tschechien aufgetaucht sei und gab die Chip-Nummer durch – Volltreffer.

Facebook-Seiten waren untereinander vernetzt

Wie sich später herausstellen sollte, war Hector in der Nähe von Prag herumgestreunt und dort gefunden worden. Ein tschechisches Pendant zur österreichischen Facebook-Seite hatte sich daraufhin gemeldet.

Die Familie konnte ihren Hector schließlich, nach über zwei Monaten, in Valtice abholen. „Der Hund hat sich sehr gefreut und war genau wie früher“, so Papa. „Er hatte aber ein paar Verletzungen. Woher diese stammen, wissen wir nicht.“ Fakt ist, dass er in der Zwischenzeit kastriert worden war. Und wer dafür verantwortlich ist, stellte sich, nachdem die Betreiber der tschechischen Facebook-Seite Nachforschungen angestellt hatten, auch heraus.

Die Mitarbeiter, die in der Zwischenzeit gekündigt worden waren, hatten den Hund tatsächlich mitgenommen. Sie gestanden, drohten ihren ehemaligen Chefs aber, weil sie in den Jahren ihrer Anstellung schlecht behandelt worden seien. Dabei war das Verhältnis laut Firmenbesitzerin immer gut.

„Wahrscheinlich waren es auch die beiden, die Hector kastrieren ließen“, mutmaßt Papa, zumal das Ehepaar drei Hündinnen zuhause hat. Die Vorgehensweise ihrer Ex-Mitarbeiter bezeichnet sie jedenfalls als „richtig kriminalisiert“. Dass der Familienhund nun wieder daheim ist, sei aber doch ein kleines Weihnachtswunder.