Erstellt am 04. November 2015, 05:02

von Markus Lohninger

„Letztes Wort noch nicht gesprochen“. / Abgeordneter Hofbauer drängt angesichts Ausbauplänen im „Healthacross“-Projekt auf Abkehr von Bettenabzug. GMÜND / „Keine Neuigkeiten“ gibt es, wie Landeskliniken-Regionalmanager Andreas Reifschneider

Die Versorgungs-Sicherheit für den Bezirk ist, wie Regionalmanager Andreas Reifschneider betont, durch die aktuelle Betten-Diskussion „absolut nicht gefährdet“. Foto: Thomas Weikertschläger  |  NOEN, Thomas Weikertschläger

„Keine Neuigkeiten“ gibt es, wie Landeskliniken-Regionalmanager Andreas Reifschneider zur NÖN sagt, hinsichtlich der Pläne, 15 Spitalsbetten aus dem Gmünder Klinikum abzusiedeln ( die NÖN berichtete exklusiv darüber ).

15 Betten könnten den Abzug von bis zu sieben Beschäftigten und die Schließung fast einer Station nach sich ziehen, beschrieb der Heidenreichsteiner Bürgermeister Gerhard Kirchmaier (SPÖ) die Dimensionen des bevorstehenden nächsten Schlages nach der Schließung der Gyn Waidhofen. Bei der Studienpräsentation zu „(Über)leben an der Grenze“ (Seite 35) kritisierte er vor allem auch die Art der Entscheidungs-Findung und Kommunikation.

„Die Gemeinden entwickeln Ideen, wie sie das Leben an der Grenze besser gestalten können, und dann erfahren wir solche Botschaften aus den Medien“, sagte Kirchmaier dort: „Es gibt nicht einmal einen Kurzschluss mit den Bürgermeistern oder den anderen, die für die Gemeinden da sind, um die Hintergründe zu erfahren. Wenn das so weitergeht, dann sehe ich keiner guten Zeit entgegen…“

Mehr als „nur“ Betten: Fatale Auswirkungen

Der Landtags-Abgeordnete des Bezirkes Gmünd Johann Hofbauer (ÖVP) betrachtet die Debatte um den Standort aus zwei Winkeln. „Einerseits ziehen chirurgische Eingriffe nur noch sehr kurze Verweildauern im Spital nach sich – aus zwei bis drei Wochen Aufenthalt wurden in vielen Fällen ein, zwei Tage“, sagt er zur NÖN. Das habe, so Hofbauer weiter, landesweit zu chirurgischen Überkapazitäten geführt und könne nun abseits großer Spitäler etwa mit Nieren- oder Leber-Schwerpunkten zu Veränderungen führen.

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In Gmünd hält er aber einen Abzug von Betten für kontraproduktiv. In absehbarer Zeit soll hier die Ausweitung des für die Standort-Sicherheit zentralen „Healthacross“-Projektes auf stationäre Aufenthalte von Patienten aus dem tschechischen Umland Gmünds gelingen. Gerade deswegen hebt Hofbauer den Zeigefinger in Richtung Landeskliniken-Holding: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Ich hoffe, dass das Management die richtige Entscheidung trifft!“

Auch die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) warnt vor drohenden Engpässen für das internationale Vorzeige-Projekt. „Wir hoffen noch immer, dass der Bettenbedarf durch die Ausweitung von Healthacross steigt“, sagt Rosenmayer: „Alles, was wegkommt, ist nicht gut für Gmünd.“