Erstellt am 31. März 2016, 05:04

von Markus Lohninger

Alexandra wird „Franzi“. Franziska Thaller übergibt Geschäfte der Eisdiele im Alten Rathaus an die langjährige Mitarbeiterin Alexandra Kreindl. Die will „Franzi‘s“ Lebenswerk fortführen.

Ein neues Team verwöhnt die Gäste künftig in der weithin bekannten Eisdiele im Alten Rathaus. Am Foto: Christian Kreindl, Alexandra Kreindl und die Eispionierin Franziska Thaller beim Übergabe-Handshake sowie Sabrina Mikscha (von links nach rechts). Foto: Markus Lohninger  |  NOEN, Markus Lohninger
Eine wahrliche Institution am Gmünder Stadtplatz wird in neue Hände übergeben: Franziska Thaller trat nach 35 Berufsjahren in ihrer Wahlheimat in den Ruhestand – und übergibt nach dem Sommereck nun auch „Franzi‘s Eisdiele“ an der Vorderseite des Alten Rathauses.

„Ich will den hohen Qualitäts-Standard und die ausgesprochene Freundlichkeit gegenüber Kunden beibehalten. Meine Liebe zu köstlichem Eis wurde zu meinem Beruf“, freut sich Alexandra Kreindl, die den Treff am wohl beliebtesten Gmünder Fotomotiv als Pächterin übernimmt. Und weil man eine bekannte Marke nicht einfach neu erfindet, bleibt Kreindl dem Namen der Eisdiele treu – und tauft sie lediglich zu „Franzi‘s Eisplatzl“ um.

AMS-Praktikum führte zu Kreindls Berufung

Franziska Thaller übergibt ihr Lebenswerk im Vertrauen darauf, dass es Alexandra Kreindl mit ihrem Gatten Christian, ihrer Tochter Sabrina Mikscha und fünf weiteren Mitarbeitern in ihrem Sinne weiterführen wird. Zehn Jahre ist es her, seit die Gmünderin vom AMS zum Schnuppern zu Thaller geschickt worden war.

„Es hat von Anfang an gepasst“, sagen nun beide. Kreindl entwickelte sich zur treuen Seele an der Seite der Chefin, erlernte dabei ihr Handwerk und wurde nun dazu auserkoren, Schritt für Schritt in die geheimen Rezepturen eingeführt zu werden.

Man könne schon etwas kreativ sein, sagt die „Franzi“, die derzeit etwa 80 verschiedene Sorten kredenzen könnte und ihrer Nachfolgerin zur Ehre die neue Eissorte „Alecandra“ kreiert hatte. Die Grundmasse bilde aber das Unverkennbare ihres Eises, „die muss gleich bleiben“.

Das schätzen die Stammgäste, deren leckeren Geheimnisse die Eisfeen allesamt kennen: „Es gibt die Fruchtigen und die Sauren, und es gibt Leute, die wirklich nie die Sorte wechseln.“

Thaller will ihrer Nachfolgerin in der Übergangszeit noch zur Seite stehen, sich „dann aber allmählich rarer machen und dann nach 35 Jahren erstmals wieder einen Sommer richtig genießen.“ Das Wetter ist ihr für diesen Fall eher egal. Davon hatte sie ihre Planungen ohnehin lange genug beeinflussen lassen.