Erstellt am 25. September 2016, 08:24

von Stefan Hawlicek

Modelleisenbahn mit Glasgeschichte in 1:87. Mitglieder der Schmalspur Modulbaugruppe bauen Anschlussbahn der Neuen Stölzle Kristall in 1:87. Der Alt-Nagelberger Erich Stiftner unterstützt sie dabei.

Erich Stiftner (Mitte) unterstützt die Mitglieder der Schmalspur Modulbaugruppe bei den Planungen der Anschlussbahn Neue Stölzle Kristall. Martin Schellnast (links) und Martin Schromm (rechts) werden das Projekt im Masstab 1:87 umsetzen.  |  NOEN, Stefan Hawlicek

Die Erinnerungen sind auch nach Jahrzehnten immer noch präsent. Erich Stiftner aus Alt-Nagelberg sitzt auf der Veranda des Bahnhofes Neu-Nagelberg. Vor ihm am Tisch liegt eine Mappe mit alten Fotos und Gleisplänen der Anschlussbahn, die in die Neue Stölzle Kristall geführt hat. Zu jedem Foto fallen dem Pensionisten Details und Anekdoten ein. Nicht ohne Grund, war er doch von 1965 bis zum Ende der einstmals stattlichen Glashütte dort beschäftigt. Zuletzt als Platzmeister.

Zwei aufmerksame Zuhörer sitzen links und rechts neben ihm und machen sich Notizen. Beide sind hauptberuflich Eisenbahner und haben sich in ihrer Freizeit dem Hobby Modellbahn verschrieben. Genauer noch den Waldviertler Schmalspurbahnen im Maßstab 1:87.

Exkursion in den Bezirk Gmünd

Als Mitglieder der Schmalspur Modulbaugruppe arbeiten sie in der Spurweite H0e gerade an einer thematisch passenden Erweiterung des Bahnhofes Alt-Nagelberg. „Die Anschlussbahn der Neuen Stölzle Kristall steht auf unserer Wunschliste schon sehr lange ganz oben“, verrät Martin Schromm aus dem Bezirk Mistelbach. Gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Martin Schellnast aus Baden hat er Anfang September deswegen eine Exkursion in den Bezirk Gmünd unternommen, um alle notwendigen Informationen für die Umsetzung des Modellbahnprojektes zusammen zu tragen.

„Ein Zeitzeuge wie Erich Stiftner ist für unser Hobby unbezahlbar“, freut sich Martin Schellnast. Seine Aufzeichnungen haben mittlerweile eine stattliche Länge erreicht. Angefangen von den auf der Anschlussbahn eingesetzten Lokomotiven bis hin zu den anzutreffenden Waggons und den transportierten Gütern. „Mit den Informationen, die wir hier im Gespräch bekommen, ist es uns möglich, auch im Modell einen absolut vorbildgetreuen Betrieb umzusetzen“, erklären die beiden Modellbahner.

Vier weitere Bahnhöfe sind bereits vorhanden

Das Verkehrsaufkommen auf der bis Ende der 1980er-Jahre betriebenen Anschlussbahn war enorm. Zwei bis drei Fahrten vom Bahnhof Alt-Nagelberg in die Glasfabrik standen an der Tagesordnung. „Auf der Schiene haben wir u. a. Kristallquarzsand und Flüssiggas angeliefert bekommen“, erinnert sich Erich Stiftner. Im Warenausgang hat man die Reste der im eigenen Haus befindlichen Kartonagenerzeugung versendet.

Mit dem neuen Modul der Anschlussbahn in die Neue Stölzle Kristall stocken die Mitglieder der Schmalspur Modulbaugruppe ihre Bahnhöfe nach Vorbild der Waldviertler Schmalspurbahnen weiter auf. Derzeit bereits vorhanden sind Litschau, Alt-Nagelberg, Heidenreichstein sowie Altweitra. Zuletzt live erleben konnte man die Bahnhöfe beim Bahnhofsfest der Waldviertelbahn Mitte Mai am Bahnhof Gmünd.