Schrems

Erstellt am 05. Juli 2017, 03:03

von Markus Lohninger

Elk: Kein ruhiger Sommer. Historisch bestes Vertriebsjahr führt Beschäftigung in Rekord- Höhen – und zu Kreativität bei der Personalsuche. Und: Generationenwechsel im Betriebsrat.

Freuen sich auf gute Zusammenarbeit mit Elk-Geschäftsführer Gerhard Schuller (rechts): Die Betriebsrats-Mitglieder Gerhard Tollar, Alexander Anderl, Christian Zemann, Gerald Fasching und Betriebsrats-Vorsitzende Doris Miksch (von links).  |  Thomas Weikertschläger

Der österreichische Fertighaus-Marktführer Elk mit Sitz in Schrems kommt einfach nicht zur Ruhe – und das ist nach den Turbulenzen der Vergangenheit genau ein Jahr nach dem Verkauf an Matthias Calice auch gut so: In dem soeben zu Ende gegangenen Vertriebsjahr (Juli bis Juni) wurde erstmals die Marke von 1.100 verkauften Häusern überschritten, und damit laut Geschäftsführer Gerhard Schuller ein Plus von etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt.

Der Motor brummt in der Granitstadt, und Hand in Hand damit geht ein sukzessiver Ausbau der Beschäftigung einher. Elk hat Eaton als größter Arbeitgeber im Waldviertel längst abgelöst: Waren in Schrems Ende Juni 2015 noch 699 und Ende Juni 2016 noch 796 Mitarbeiter beschäftigt, so spricht Gerhard Schuller von einem neuen Rekordwert von 850 Beschäftigten (Konzern insgesamt: 1.140). Auch dieser Wert ist nur relativ: Werden doch inzwischen an die hundert Leiharbeiter zusätzlich als Monteure beschäftigt.

Der Bedarf kann nämlich mit den etwa 200 direkt bei Elk beschäftigten Monteuren nicht aus eigener Kraft gedeckt werden. Hatte Schuller im Vorjahr 15 Monteure „per sofort wie einen Bissen Brot“ gesucht, so würde er nun bereits „so viele Monteure wie wir bekommen können“ einstellen, „30 Leute aber auf jeden Fall“.

Frau rückte an die Spitze von Arbeiter-Betriebsrat

Monteure werden zunehmend zum Thema. Daher arbeiten Elk-Führung und Betriebsrat derzeit an einem Premiumsystem, das qualitätsvolle Arbeit mit bis zu einem Monatslohn extra würdigen soll. Damit soll laut Schuller nicht nur die Mitarbeiter-Bindung, sondern auch die Einflussnahme darauf erhöht werden, wer wann auf welcher Baustelle im Einsatz ist.

Die Verhandlungen führt er dazu seit Mitte der vorigen Woche erstmals in der Firmengeschichte mit einer Betriebsrätin: In der konstituierenden Sitzung des Betriebsrates wurde nämlich nicht nur ein Generationenwechsel, sondern auch ein Geschlechterwechsel vollzogen.

Doris Miksch heißt die neue Betriebsrats-Vorsitzende der Arbeiter. Ihre Liste hat die Wahl unter den etwa 550 Arbeitern bei Elk – nur fünf davon sind Frauen – mit 16 Stimmen Vorsprung für sich entschieden. Damit löste die 41-jährige Heidenreichsteinerin nun Christian Tollar nach zwölf Jahren ab.

Elk-Geschäftsführer Gerhard Schuller  |  Thomas Weikertschläger

Die zweifache Mutter hat einst in einem kleinen Betrieb den Beruf der Malerin erlernt und landete vor mittlerweile 20 Jahren bei Elk. Ihre neue Tätigkeit will sie „im goldenen Mittelweg als Schnittstelle zur Geschäftsführung“ ausüben (mehr dazu auf Seite 6!).

Geschäftsführer Schuller gratulierte der 2013 erstmals in die Arbeitnehmer-Vertretung gekommenen Doris Miksch zu ihrer neuen Aufgabe. Die bisherigen Berührungspunkte mit ihr seien „absolut in Ordnung“ gewesen. Bei Christian Tollar bedankte er sich für die „ausgezeichnete Zusammenarbeit. Er hat viele Entwicklungs-Schritte des Unternehmens mitgetragen, hat sich im vergangenen Wellental immer im Sinne der Arbeitnehmer und auch des Unternehmens engagiert.“

Christian Tollars Anspruch auf bezahlte Freistellung als höchster Personalvertreter ging zu Doris Miksch über. Im Betriebsrat an sich bleibt Tollar aber, und beruflich nahm er für die eineinhalb Jahre bis zu seiner Pensionierung ein Angebot auf Altersteilzeit im Kundendienst an.