Erstellt am 27. Januar 2016, 06:08

von Markus Lohninger

Die Hilfe in Schrems formiert sich. Zuflucht Suchenden unter anderem mit Deutsch-Kursen helfen, der Bevölkerung die Angst nehmen – Schremser Flüchtlings-Initiative ist angelaufen.

Beim ersten Koordinierungs-Treffen am Schremser Stadtamt (von links): Brigitta Winter, Bürgermeister Karl Harrer, Regine Vögele, Madeleine Stix, Gabriele Beer, Martina Rabl, Stadtpfarrer Herbert Schlosser, der aus dem Iran geflohene Hamid Khalid und Andrea Fraissl (SLC-Asylcare).  |  NOEN, privat

Während der Mödlinger VP-Stadtrat Mayer als Chef des dortigen Hallenbades mit einem Erlass alle Menschen mit Migrations-Hintergrund und ohne Begleitung aussperrt, formierte sich in Schrems im Beisein von der zuständigen SP- Sozial-Stadträtin Gabriele Beer, Stadtpfarrer Herbert Schlosser und Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) – der die Einladung ausgesprochen hatte – eine Gruppe mit dem Ziel der Inklusion von Flüchtlingen: Die freiwillige Betreuung von Zuflucht Suchenden in der Granitstadt soll künftig koordiniert, Unwissenheit und Angst innerhalb der Bevölkerung abgebaut werden.

Vögele: „Sind ein gleichberechtigtes Team“

„Das Schließen von Grenzen ist keine Lösung. Wir sollten uns überlegen, wie wir den bereits hier lebenden Menschen helfen können“, erklärt die bei der ersten Sitzung zur Hauptverantwortlichen bestimmte Regine Vögele ihre Motivation zum Mitmachen: „Wir können nicht sagen, die sollen sich integrieren, wenn wir ihnen beim Integrieren nicht helfen.“ Zu Weihnachten hatte sie zwei derzeit in Heidenreichstein lebende Iraner zu sich nach Hause eingeladen, um ihnen eine Vorstellung davon zu geben, was dieses Fest für unseren Kulturkreis bedeutet.

In der Arbeitsgruppe will sie sich nicht in den Vordergrund rücken. „Wir sind ein gleichberechtigtes Team, wollen im nächsten Schritt konkrete Aufgaben verteilen“, betont sie. Ziel ist unter anderem die rasche Integration der in Schrems lebenden Asylwerber unter anderem durch Deutschkurse, bei denen die Firma SLC-Asylcare helfen will. Geplant ist zudem auch für Schrems eine erste Info-Veranstaltung zum Thema Asyl.

Zur Flüchtlingshilfe fand Regine Vögele übrigens über eine „Clubschwester“ bei den Soroptimistinnen. Seit Herbst lernt sie mit einem Asylwerber regelmäßig Deutsch, und ist von den Fortschritten begeistert. Ähnlich können, wie sie glaubt, auch Andere durch eine Art Patenschaft für einzelne Flüchtlinge helfen, und das sei gar kein Opfer: „Es kommt wahnsinnig viel zurück!“

Sie selbst hatte die Scheu vor Fremdem spätestens in ihrer langen internationalen Berufslaufbahn verloren. Nach einer Zeit in England war Vögele unter anderem bei Johnson & Johnson (Deutschland) führend in der Marketingabteilung für Medizintechnikprodukte tätig gewesen.