Erstellt am 01. Januar 2016, 06:38

von Karin Pollak

Suche nach Herberge im Lainsitztal. „Willkommenskultur Lainsitztal“ betreut erfolgreich 64 Flüchtlinge – und feierte mit ihnen Weihnachten.

Gemeinsam feierten die 64 Asylwerber, die im Lainsitztal untergebracht sind, und die rund 70 freiwilligen Helfer des Netzwerkes »Willkommenskultur Lainsitztal« im Pfarrhof und Pfarrgarten St. Martin Weihnachten. Es wurde gesungen, gegessen und natürlich gab es auch Geschenke.  |  NOEN, Karin Pollak

Ihre Herbergsuche konnten 64 Flüchtlinge noch vor Weihnachten erfolgreich beenden. Im Lainsitztal wurden elf Familien sowie neun Burschen und Männer ohne familiäre Begleitung herzlich aufgenommen.

Dazu, dass sie beginnen, sich hier einzuleben und wohlzufühlen, tragen die Mitglieder des Netzwerkes für Flüchtlingshilfe in der Kleinregion Lainsitztal „Willkommenskultur Lainsitztal“ maßgeblich bei. Seit Oktober haben die rund 70 ehrenamtlichen Mitglieder aus allen Alters- und Berufsschichten über 7.000 freiwillige Arbeitsstunden aufgewendet.

Die Mehrheit der Asylwerber wohnt in vier Privatunterkünften. Sie lernen fleißig Deutsch, besuchen Schulen und Kindergärten, integrieren sich in Sportvereinen und bringen sich im Netzwerk ein. Die neuen Gemeindebürger stellen auch eine Chance für die neuen Heimatgemeinden dar. Denn: „Man darf dabei den wirtschaftlichen Aspekt nicht vergessen. Die Asylwerber kaufen hier ein, fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und besuchen Schulen“, so Organisatorin Brigitte Temper-Samhaber. Das hätten der Großteil der Gemeinden bereits eingesehen, bei anderen würde diese Einstellung noch fehlen.

An die Grenzen ihrer Kräfte werden die Freiwilligen von – oft hausgemachten – Stolpersteinen gebracht. So werden die Asylwerber derzeit zu „Interviews“ nach Traiskirchen beordert, die für ihr Asylverfahren notwendig sind. „Diese finden zwischen 8 und 9 Uhr statt. Es gibt aber keine öffentliche Verkehrsverbindung um diese Zeit. Bezahlt werden aber nur Tickets am entsprechenden Tag. Also sind die Helfer gefordert, fahren unentgeltlich nach Traiskirchen und wieder retour“, erzählt Thomas Samhaber. Auch Fahrtkosten für jene Asylwerber, die als Flüchtlinge anerkannt sind und ihre Pässe in St. Pölten beantragten und abholen, müssen aus eigener Tasche bezahlt werden – und das bei „Taggeld“ von 5,50 Euro pro Kopf.

Was außerdem fehlt, sind Dolmetscher, die die Asylwerber vor allem bei Ämter, Ärzten und Schulen unterstützen.

Helfer und Asylwerber feierten gemeinsam

Doch in den letzten Tagen wurden alle Schwierigkeiten beiseitegestellt und Weihnachten gefeiert. Ein gemeinsames Fest gab es am 28. Dezember im Pfarrhof St. Martin. Flüchtlinge und alle Helfer saßen beisammen und feierten das Fest der Liebe.

Info: www.willkommenimlainsitztal.at