Erstellt am 09. März 2016, 04:59

von Markus Lohninger

Auch Gmünd hilft. Hilfsprojekt will für Landsleute und Fremde da sein. Ehemaliges Bobbin-Büro wird Lager & Kommunikationsraum.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Im Vergleich zu anderen Gemeinden hat es etwas gedauert, inzwischen hat sich aber auch in der Bezirkshauptstadt Gmünd – die mit etwa 200 Flüchtlingen der Asyl-Hotspot des Waldviertels ist – ein Netzwerk an Helfern gesponnen.

Menschen zusammenbringen und unterstützen

„Gmünd hilft“ nennt sich die Initiative, die vor allem zwei Ziele hat: Menschen zusammen zu bringen und Hilfesuchende unabhängig von deren Herkunft zu unterstützen. So war der Erste, der Hilfe in Anspruch genommen hat, ein Gmünder.

Dreimal traf die Gruppe bisher zum Austausch am Gemeindeamt zusammen, die Zahl der Ehrenamtlichen wurde jedes Mal größer. Etwa 20 Helfer stimmen inzwischen Angebot und Nachfrage bestimmter Leistungen und Güter untereinander ab.

Neben Sachspenden geht es dabei auch um Transporte, die Klärung von Rechtsfragen oder das Auftreiben von Lernmaterial zum Selbststudium der Sprache.

Austausch jeden zweiten und vierten Freitag

Alle Beteiligten schätzen das unspektakulär und ungezwungen gewachsene Projekt, keiner möchte sich in den Vordergrund rücken (auch nicht durch ein Statement in der NÖN). Helfer kommen inzwischen auch aus umliegenden Gemeinden, genauso wurde unter anderem bereits einer Familie aus Nondorf unter die Arme gegriffen.

Zum künftigen Ort des Austausches wird derzeit der erste Stock des ehemaligen Bobbin-Bürogebäudes in der Roseggergasse 2 (Neustadt) adaptiert. Die Stadtgemeinde als Eigentümerin der Immobilie hat bereits den Sanitärbereich wieder nutzbar gemacht.

Aktuell wird das in den vergangenen Monaten zusammen getragene Spendenlager in die Räumlichkeiten übersiedelt, die alten Wandverbauten der Bobbin eignen sich ideal zum Schlichten der Waren.

Vor allem Bedarf für Babyartikel ist groß

Geöffnet werden sollen die Räumlichkeiten im Zuge eines „Begegnungs-Cafés“ ab dem 25. März an jedem zweiten und vierten Freitag des Monats (14 bis 17 Uhr). Dabei können nicht mehr benötigte Waren, Spielsachen oder Kleidung gebracht werden – vor allem der Bedarf für Babyartikel ist groß.

Allen Bedürftigen steht es frei, Waren kostenlos mitzunehmen. Möbel können nicht angenommen werden, sie sollen zwischen Anbietern und Interessenten auf einer demnächst kommenden Homepage vermittelt werden.

Bei Kaffee und Kuchen werden bei diesen Treffen, das ist zumindest die Hoffnung von „Gmünd hilft“, Besucher verschiedenster Nationen miteinander ins Gespräch kommen.