Erstellt am 15. September 2015, 08:53

von Markus Lohninger

Baumeister wurde Buch-Autor. Franz Graf: Aus Weihnachtstexten zu großen Fragen des Lebens wurde ein Buch.

20 Jahre lang hat der Gmünder Baumeister Franz Graf (rechts) Themen des Lebens in tiefgründigen Märchen aufgearbeitet und, von Gerhard Trumler passend bebildert, in Weihnachtsschreiben versandt. Vor wenigen Tagen ist die Sammlung der Essays unter dem Titel „Sternenmärchen“ im Verlag „Bibliothek der Provinz“ von Richard Pils (links) erschienen.  |  NOEN, M. Lohninger, FF Albrechts

Wenn sich ein erfolgreicher Chef von mehr als tausend Mitarbeitern Fragen über Zeit, Sinn, Glück oder die Stille widmet dann tut er das nicht zwingend zum Zweck des noch größeren Höhenflugs seines Betriebes: 20 Jahre lang hat Baumeister Franz Graf regelmäßig vor der stillsten Zeit des Jahres denkwürdige Erlebnisse, Beobachtungen und sehr persönliche Gedanken in Märchen verpackt und, durch den Fotografen Gerhard Trumler passend zum Thema bebildert, in Weihnachtsschreiben versandt.

Ein „Buch des Lebens“

Fast zwei Jahre nach der letzten gestalteten Karte und dem Ausscheiden aus der operativen Führung des von ihm zum Top-Unternehmen geformten Baukonzerns Leyrer+Graf fasste der 84-jährige Gmünder seine Botschaften für Wegbegleiter zum Buch „Sternenmärchen“ zusammen, das nun im Verlag „Bibliothek der Provinz“ erschienen ist.

Für Verleger Richard Pils ist die in Jahrzehnten entstandene Essay-Sammlung ein „Buch des Lebens“: „Die eine Frau hat man auch nicht gesucht. Man begegnet jemandem, und plötzlich ist man 60 Jahre beisammen.“ Sternenmärchen sei eine Biografie von elementaren Gedanken.

Gedanken gegen die Schnelllebigkeit

Mit deren Ausformulierung hatte Franz Graf 20 Jahre lang zur Selbstbesinnung, zur Entschleunigung, zum Finden der inneren Ruhe als Kontrast zu einer hektischer, schnelllebiger, oberflächlicher werdenden Welt anregen wollen. Er schrieb wohl nicht nur für Andere, sondern auch für sich selbst. Franz Graf: „Ich wollte mir auch Gedanken machen über etwas Anderes als das tägliche Muss. Inklusive Lehre stand ich 67 Jahre im Berufsleben, das geprägt war von erfüllender Arbeit. Aber oft war sie sehr viel, es blieb wenig Zeit.“

Einen Essay widmet er auch damit verbundenen Aspekten. Wie er das tut, das beeindruckt den erfahrenen Verleger Pils. „Alleine die abschließende Feststellung ‚Es ist Zeit!‘ ist fast mahnend – es ist Aussage und Aufforderung zugleich.“