Erstellt am 17. September 2015, 06:32

von Markus Lohninger

Bergzeilen-Projekt in Weitra startet. Seit Freitag wird das ehemalige Gasthaus unterhalb der Weitraer Stadtmauer abgebrochen. Das einst umstrittene Wohnprojekt kann beginnen.

Seit Freitag läuft der Abbruch des ehemaligen Gasthauses.  |  NOEN, Markus Lohninger

Fast zehn Jahre, nachdem der extreme Winter von 2006 das ehemalige Gasthaus von Franz und Erika Heinz in der Bergzeile vernichtet hatte und erste Gespräche über ein Wohnprojekt der Waldviertler Siedlungsgenossenschaft (WAV) angelaufen waren, zeichnet sich nun der Baustart ab.

Die Rodung der Bäume und Sträucher ist bereits erfolgt, seit Freitag erledigt die Firma Stangl die Abbrucharbeiten für das Althaus, danach wird die mit der Baudurchführung beauftragte Heidenreichsteiner Baugesellschaft Talkner mit dem Baugrubenaushub loslegen. „Es kann nach einer fast unglaublichen Reise durch den Genehmigungs-, Verhandlungs- und Bürokratie-Dschungel nun endlich begonnen werden“, atmet WAV-Direktor Manfred Damberger auf.

Top-Lage am Fuße des Weitraer Schlosses

17 Mietwohnungen mit Kaufoption mit Flächen zwischen 52 und 75 m2 werden also in Top-Lage am Fuße des Weitraer Schlosses errichtet. Das ungewöhnliche Projekt mit Tiefgarage, insgesamt sechs Geschoßen und einem Zugang über die Stadtmauer wirft Kosten von immerhin 3,5 Millionen Euro auf. Verkehrsteilnehmer müssen sich auf eine halbseitige Straßensperre einstellen.

Der Neubau wird an die Stelle eines gut 185 Jahre alten Hauses rücken, das einst unter anderem der Firma Respo als Produktionsstätte und Lager gedient hatte. Unter der Last der Schneemassen war es 2006 zerstört worden, bald darauf wurde erstmals öffentlich über einen Wohnbau an der Stelle gesprochen. Richtig zum Thema wurde dieser erst 2010 – mit heftigem Widerstand aus der Bevölkerung.

In der NÖN hatte auch Historiker Herbert Knittler auf den durch den Bau irritierten Blick auf das unter Schutz stehende Ensemble der Bergzeile hingewiesen, „ein großvolumiger Wohnbau hat dort – inmitten der Weberhäuschen aus dem 18. Jahrhundert – nichts zu suchen.“