Erstellt am 08. Oktober 2015, 05:22

von Jutta Hahslinger

460 Störanrufe am Tag. In jedem Mann im Umfeld der Noch-Ehefrau witterte ein Eifersüchtiger im Raum Weitra ein Gspusi. Urteil nach auf die Spitze getriebenen Eifersuchtsattacken: Neun Monate.

 |  NOEN, Shutter-stock/Gajus

„Wir sind noch verheiratet“, verkündet der 37-jährige Arbeiter aus dem Gemeindegebiet Weitra gleich zu Prozessbeginn. Im gleichen Atemzug präsentiert er seine Noch-Ehefrau als notorische Fremdgeherin, die er nach Monaten nun vor Gericht erstmals wieder zu Gesicht bekommen habe. „Wir leben getrennt und sind nur noch am Papier verheiratet“, stellt die Noch-Ehefrau (34) klar. Ich habe die Distanz gesucht, aber er hat mich täglich mit bis zu 80 Anrufen bombardiert. Er hat sogar meinen Vermieter belästigt. In jedem Mann in meinem Umfeld hat er einen Rivalen gesehen“, schildert das Opfer.

"Pass auf deine Kinder auf"

Die Eifersuchtsattacken des Arbeiters trafen vor allem einen Geschäftsmann aus dem Bezirk Gmünd: Bis zu 460 Störanrufe am Tag gingen bei dem Waldviertler (43) ein und machten telefonische Geschäftsabwicklungen fast unmöglich. „Es war geschäftsschädigend und lästig, aber ich habe die Sache zunächst nicht ernst genommen. Ich habe keine intimen Kontakte zu der Frau. Ich kann kein tschechisch und sie hat mir nur einige Geschäftspapiere übersetzt“, schildert der 43-Jährige im Zeugenstand. Erst die Äußerung des Arbeiters „Pass auf deine Kinder auf“ und dessen plötzlicher Anwesenheit vor der Schule des Sohnes habe ihn dann aus Besorgnis zu einer Anzeige veranlasst, erzählt der Waldviertler.

Der Beschuldigte zeigt vor Gericht wenig Einsicht, er legt ein holpriges Teilgeständnis ab: „Ich wollte meine Frau nur ärgern“, sagt er. Für den einschlägig vorbestraften Arbeiter setzt es eine teilbedingte Freiheitsstrafe: neun Monate, davon muss er drei Monate hinter Gittern absitzen. Mit dem Urteil ist der 37-Jährige nicht einverstanden, er meldet sofort Strafberufung an.