Erstellt am 15. April 2016, 07:04

von Thomas Weikertschläger

Ärger um den „Kies“. Gemeindevertreter fürchten wegen neuer Verordnung zu Winterdienst finanzielle Mehrbelastung für die Gemeinden.

Landtagsabgeordnete Margit Göll hofft auf eine Rücknahme der neuen Bundesverordnung zur Entsorgung von Kehr-Riesel.  |  NOEN, privat

Eine neue Bundesverordnung, die seit dem 1. Jänner in Kraft ist, sorgt bei den Gemeindevertretern des Bezirks Gmünd für Unverständnis. „Ich weiß nicht, was sich der Bund dabei denkt“, sagt etwa die Bürgermeisterin von Moorbad Harbach, Margit Göll.

Stein des Anstoßes ist die Entsorgung von Kehr-Riesel. War es früher so, dass der Riesel aus dem Winterdienst etwa zum Aufbringen auf Feldwegen wieder verwendet wurde, so muss er ab heuer als „Sondermüll“ entsorgt werden – und das zum stattlichen Preis von 90 Euro pro Tonne. Göll: „Der Einkaufswert beträgt 15 Euro, die Entsorgung das sechsfache. Das kann nur ein Scherz sein.“ Allein für ihre Gemeinde würde das Mehrkosten von 13.000 Euro jährlich bedeuten.

Auch ihr SPÖ-Pendant als Gemeindevertreter-Obmann des Bezirks, Karl Harrer, sieht in der Verordnung „eine Katastrophe“ für die Gemeinden. Denn die Gemeinden selbst hängen derzeit noch etwas in der Luft, gibt es bisher noch keine klare Anordnung, wie die Verordnung zu handhaben sei, hört man aus den Gemeindestuben des Bezirks. Daher begibt man sich derzeit in Warteposition und lagert das zusammengekehrte Streugut.

Vogler: „Wir wären doppelt gestraft“

Besonders betroffen wäre die flächenmäßig größte Gemeinde des Bezirks, Bad Großpertholz, die durchschnittlich 80.000 Euro pro Winter für den Winterdienst ausgibt, wie Bürgermeister Harald Vogler (ÖVP) erzählt. „Wir wären dann doppelt gestraft. Wir haben ohnehin ein sehr großes Wegenetz zu betreuen und aufgrund der höheren Schneelast gegenüber anderen Gemeinden ein weiteres Manko“, so Vogler, der für seine Gemeinde mit Mehrkosten „in doppelter bis dreifacher Höhe“ von jenen von Moorbad Harbach rechnet.