Gmünd

Erstellt am 15. Juni 2017, 04:15

von Markus Lohninger

Bewegung in der Pilotregion: Breitband wird ernst. Netzabkäufe, Verteilerzentren-Bau, aktive Baustellen – Glasfaser erreicht alle Pilotgemeinden. Erste ganze Netze der nöGIG in Hoheneich & Waldenstein.

Beim Spatenstich für die ersten gemeindeweiten Glasfaser-Netze der nöGIG im Bezirk: Roland Benischek, Walter Bogg, Viktoria Prinz, Christian Dogl, Kleinregions-Obmann Karl Harrer, Abgeordnete Margit Göll, Matthias Brucha, Christian Grümeyer, Stefan Graf, Alois Strondl, nöGIG-Geschäftsführer Hartwig Tauber, Helga Rosenmayer, Kleinregions-Breitbandkoordinator Ewald Bauer, Manfred Zeilinger, Christoph Hörndl, Harald Koppensteiner (v.l.).  |  M. Lohninger

Die Breitband-Initiative des Landes NÖ hat alle Gemeinden der Pilotregion Waldviertler StadtLand erfasst: Überall sorgt die nöGIG für Bewegung, sei es durch Netzabkäufe, Errichtung von Verteilerzentren („POPs“) oder Baustellen.

So sind in der Bezirkshauptstadt Gmünd alle drei PoP-Standorte fixiert, im Bereich Bahnhofstraße sollen die bereits verlegten Leerrohre noch heuer ans Netz angeschlossen werden und für die Neustadt ist die Ausschreibung des Netzbaus im Laufen – der Start ist wie in den Katastralgemeinden noch für Herbst geplant. Noch im ersten Halbjahr 2018 soll die ganze Stadt an die „Glasfaser-Datenautobahn“ angeschlossen sein.

In der Stadtgemeinde Schrems geht es bereits in Sachen Aktivierung Zug um Zug: Derzeit wird das Netz in der Katastralgemeinde Gebharts aktiviert, danach folgen Lang- und Kurzschwarza (inklusive der Waldschenke), Schrems-Bahnstraße sowie noch im Sommer Pürbach und auch Ehrenhöbarten.

Teilbereiche werden unter anderem derzeit auch – die orangenen Kabel auf Rollen entlang der Straßen deuten darauf hin – in Heidenreichstein und Amaliendorf-Aalfang aktiviert. In Alt-Nagelberg ist zudem der PoP in Bauvorbereitung. Das im Zuge der neuen Ortsbeleuchtung mit verlegte, weitläufige LWL-Netz wird gerade von der Gemeinde an die nöGIG verkauft.

1.500 Euro pro Kopf in Breitband investiert

In den Gemeinden Hoheneich und Waldenstein beschreitet die nöGIG innerhalb der Pilotregion indes Neuland – hier erfolgte vorige Woche der Spatenstich zu den ersten eigenen, das gesamte Gemeindegebiet umfassenden Netzbauten.

Über vier Millionen Euro pulvert das Land alleine in die Internet-Infrastruktur der zwei Gemeinden mit insgesamt 2.600 Einwohnern, pro Kopf also mehr als 1.500 Euro. Das Land NÖ löst damit das Versprechen ein, jene Gemeinden beim Netzbau vorzuziehen, in denen die Zustimmung zum Projekt zuerst kam. Das Modell des Landes lasse ländliche Regionen am meisten profitieren, sagt Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP): „Ein offenes, öffentliches und zukunftssicheres Netz ist die Basis für deren nachhaltige Entwicklung. So können Bevölkerung und Betriebe im Waldviertel die Chancen der Digitalisierung nutzen.“

Bis auf einzelne Straßenzüge, bei denen bei Bauarbeiten LWL- Rohre mitverlegt wurden, wird in den nächsten Monaten im ganzen Gemeindegebiet von Hoheneich und Waldenstein gegraben. – Leyrer+Graf wird hier als Generalunternehmer insgesamt 45 km Künette graben, 200 km Kabel verlegen und bereits bis Ende 2017 1.500 Anschlüsse zu Haushalten und Betrieben schaffen. CEO Stefan Graf von L+G gratuliert zu der „mutigen und zukunftsorientierten Investition der Politik auch abseits der Ballungsgebiete. Wir freuen uns sehr über den erhaltenen Auftrag, bei dem wir unsere umfangreiche Kompetenz auch in diesem hochtechnologischen Bereich beweisen können.“

Leerrohre für die Faser werden wie in der NÖN berichtet im Zuge der Breitband-Initiative bis zu allen Grundstücks-Grenzen verlegt. Mit 1. Juni ist aber die allerletzte von mehreren Nachfristen endgültig verstrichen: Für Spätentschlossene gibt es beim Gang ins hochwertige Internet keine finanziellen Erleichterungen des Landes mehr, Nachmeldungen für Anschlüsse sind nur noch mit Kostenbeteiligung möglich.