Gmünd

Erstellt am 05. April 2017, 04:44

von Thomas Werth und Thomas Weikertschläger

Ermittlungen wegen illegaler Werkstätten. Staatsanwaltschaft ermittelt wegen verbotenem Filter-Ausbau. Auch Firma aus dem Bezirk Gmünd im Visier.

Bezirkshauptmann Johann Böhm  |  TW

Der illegale Ausbau von Dieselpartikelfiltern beschäftigt die Kremser Staatsanwaltschaft. Die Umweltanwaltschaft hat zahlreiche Firmen in Österreich angezeigt – vorerst einer davon betrifft auch den zum Kremser Gerichtssprengel zählenden Bezirk Gmünd.

Bezirkshauptmann Johann Böhm bestätigte der NÖN, dass der Bezirkshauptmannschaft derzeit ein Anbieter dieser illegalen Ausbaumaßnahmen im Bezirk bekannt sei, es seien jedoch noch weitere Erhebungen erforderlich. Verwaltungsrechtliche Anzeigen lägen der Bezirkshauptmannschaft Gmünd noch nicht vor.

Durch den Ausbau sollen den Kunden teure Reparaturen erspart bleiben. Allerdings ist diese Maßnahme verboten, es wird vor allem wegen vorsätzlicher Beeinträchtigung der Umwelt ermittelt.

"Wir haben die Daten aber gesichert"

Die Anzeigen basierten großteils auf Internet-Recherchen der Umweltanwaltschaft. „Dort wurde dieser ,Service‘ häufig angeboten. Manche Webseiten wurden aber in der Zwischenzeit geändert oder entfernt. Wir haben die Daten aber gesichert“, so Thomas Hansmann von der Umweltanwaltschaft, der vermutet, dass es weit mehr Betriebe geben wird. Die Anzeige richte sich daher auch gegen unbekannte Täter. Laut Staatsanwaltschaft werde nun geprüft, ob die beschuldigten Firmen (es soll sich dabei um keine arrivierten Betriebe handeln) überhaupt legale Kfz-Werkstätten sind. Denn laut Hansmann würde die Filter-Entfernung gerne in „Tuning-Clubs“, die sich lediglich als Kfz-Werkstätten bezeichnen, angeboten.

Konsequenzen drohen auch den Kunden. Böhm: „Sollte jemand sein Fahrzeug manipulieren oder manipulieren lassen und wird dies festgestellt, so hat die Behörde eine besondere Überprüfung nach dem Kraftfahrzeuggesetz anzuordnen, da eigenmächtige Änderungen am Fahrzeug mit verwaltungs- oder strafrechtlichen Konsequenzen bedroht sind.“