Erstellt am 24. August 2016, 05:00

von Thomas Weikertschläger

Kräftiges Plus an unseren Pflichtschulen. Vor allem an Volksschulen bringt das kommende Schuljahr höhere Schüler- und Klassenzahlen. Grund dafür ist nicht nur Flüchtlings-Zustrom.

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Eine positive Entwicklung nehmen die Schülerzahlen in den Pflichtschulen des Bezirks Gmünd. Insgesamt werden in eineinhalb Wochen 2.227 Schüler in die 21 Volksschulen, sieben NMS, drei Sonderschulen und die Polytechnische Schule Gmünd gehen. Das sind um 97 mehr als im Schuljahr 2015/16.

Ein Großteil des Zuwachses entfällt auf die Volksschulen, in denen 1.211 Schüler (351 Taferlklassler) unterrichtet werden. Das sind insgesamt 41 Schüler (37 Taferlklassler) mehr als im Vorjahr. Daher steigt im Bezirk die Zahl der Volksschulklassen um sechs. Für Bildungsmanager Alfred Grünstäudl ist der Anstieg nur teilweise auf den Zuzug von Flüchtlingen zurückzuführen. „Wir haben generell die Talsohle, was den Rückgang an Schülerzahlen betrifft, erreicht“, so Grünstäudl.

„Wir sehen es als primäre Aufgabe, Schülern das Rüstzeug für eine weiterführende Schullaufbahn oder die Berufswelt zu geben.“

Andreas Tomaschek

Die Integration von Flüchtlingskindern sei auch im kommenden Schuljahr wichtiges Thema. An Standorten mit größeren Zahlen an Flüchtlingskindern (Gmünd, Schrems, Heidenreichstein, Litschau) werde es Sprachfördergruppen geben. Generell sieht Grünstäudl die Schulen für das kommende Schuljahr gerüstet. Gerade im Bereich der Integration habe man aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt: „Damals haben wir nicht gewusst, was auf uns zukommt. Heuer sind die Kollegen besser auf die Situation eingestellt“, so Grünstäudl.

Auch in der Volksschule Harbach, in der es im Vorjahr ja keine Taferlklassler gegeben hat, gibt es heuer wieder acht Schulanfänger.

Einen neuen Leiter haben indes die Volksschulen Bad Großpertholz und St. Martin. Mittelschul-Direktor Reinhold Koblinger wurde mit der Leitung des Schulverbandes betraut. Für ihn eine gute Lösung: Beispiele (etwa jenes im Norden des Bezirks, wo Andrea Kellner neben der NMS Litschau auch die Volksschulen Litschau, Reingers, Eggern und Eisgarn leitet), hätten gezeigt, dass diese Lösungen gut funktionieren.

Leichter Rückgang an den Mittelschulen

Auch wenn die genauen Schülerzahlen eineinhalb Wochen vor Schulbeginn noch nicht feststehen: In den sieben Mittelschulen des Bezirks Gmünd ist ein leichter Rückgang an Schülern zu verzeichnen. Der Landesschulrat rechnet heuer mit 891 Schülern, um elf weniger als im Vorjahr.

Dennoch gehen die Mittelschulen ambitioniert und teilweise mit neuen Schwerpunkten in das neue Schuljahr. In Bad Großpertholz stellt etwa der im Juni eröffnete neue Schulhof laut Direktor Reinhold Koblinger ein „weiteres tolles Angebot für die Schüler“ dar. In Bad Großpertholz gibt es heuer eine 1. Klasse; da sich zwei 4. Klassen verabschiedet haben, sinkt die Klassenzahl von sechs auf fünf.

In Litschau wird die Nachmittagsbetreuung, die gemeinsam mit der VS Litschau angeboten wird, fortgesetzt. Direktorin Andrea Kellner erzählt, dass die Integration von Flüchtlingskindern in ihrer Schule dank guter Zusammenarbeit des engagierten Lehrerteams gut funktioniere.

Reinhold Koblinger übernimmt auch die Leitung der Volksschulen Bad Großpertholz und St. Martin.  |  zVg, Shutterstock/Pressmaster

In Weitra , wo nur zwei Flüchtlingskinder zu betreuen sind, gibt es ab Herbst eine zweite Gruppe in der Nachmittagsbetreuung. Direktor Hubert Prinz berichtet, dass es für die Aktion, die es in Kooperation mit der Volksschule gibt, schon über 30 Anmeldungen gebe. Außerdem werden „Englisch als Arbeitssprache“, die Wahlmöglichkeit ab der 3. Klasse zwischen Französisch und Informatik/Darstellende Geometrie und die Bläserklasse forciert. Diese Konzepte gelte es zu konsolidieren und qualitativ auszubauen, so Prinz.

In der Mittelschule für Musik und Ökologie in Gmünd zeigen laut Direktor Christian Skoll die seit fünf Jahren laufende Umstrukturierung zur einzigen Schwerpunktschule des Bezirks Früchte. So kann heuer eine Klasse mehr geführt werden. Es sei ein harter Weg gewesen, den das Lehrerkollegium auf sich genommen habe, jetzt zeige sich, dass sich die Mühe gelohnt habe. Auch die vor fünf Jahren eingeführte Nachmittagsbetreuung wird fortgesetzt. Zudem wurden Maßnahmen in die Infrastruktur gesetzt. Neben einer neuen Informatik-Anlage wurde auch der Speiseraum für die vor fünf Jahren eingerichtete Nachmittagsbetreuung erneuert und der Werkraum hergerichtet.

Auch der Schwerpunkt Ökologie (Schulgarten, Biotop, Pilz-Garten) wird weiter forciert, im Vorjahr eingeheimste Preise (Hans-Czettel-Preis, Energy-Award) seien Beweise für die Qualität der Schule.

Weiterhin im Zentrum der Bemühungen in der Kreativ- und Informatik-NMS in Gmünd steht das „Lernen“. „Wir sehen es als primäre Aufgabe, unseren Schülern das Rüstzeug für eine weiterführende Schullaufbahn oder die Berufswelt zu geben“, erklärt Direktor Andreas Tomaschek. Weiter ausgebaut soll der Schwerpunkt Informatik mit E-Learning in allen Fächern werden, denn Informatik sei heute in allen Lebensbereichen wichtig. Auch die Kreativität (etwa in der seit zwei Jahren bestehenden Theatergruppe) soll nicht zu kurz kommen.

In der NMS Heidenreichstein , wo eine Verjüngung des Lehrerteams ansteht, wird heuer eine Neigungsgruppe Tennis angeboten, wie Direktor Johann Dangl berichtet. In Schrems gibt es laut Direktorin Romana Weisgram keine neuen Schwerpunkte.