Erstellt am 06. August 2016, 06:43

von Thomas Weikertschläger

Mehr Jobs und Arbeitslose. Zahl der Arbeitslosen im Bezirk Gmünd wächst trotz leicht positiver Konjunktur und mehr offenen Stellen, weil Angebot an Arbeitskräften weiter stark steigt.

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Die Situation am Arbeitsmarkt im Bezirk Gmünd bleibt angespannt. Auch wenn die Zahl der unselbständig Beschäftigten weiter steigt: Durch den starken Anstieg des Angebots an Arbeitskräften steigt auch – trotz positiver Konjunktursignale – die Arbeitslosigkeit.

So waren Ende Juli beim AMS Gmünd 1.511 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 40 (+2,7 Prozent) mehr als im Juli des Vorjahres. Im Vergleich zum Juni stieg die Zahl um 32 (2,2 Prozent). Geschuldet ist die Tatsache des steigenden Angebots an Arbeitskräften laut AMS-Geschäftstellenleiter Gerhard Ableidinger dem späteren Zugang in die Alterspension, der steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und der Zuwanderung ausländischer Personen.

Bemerkenswert ist, dass die Steigerung der Arbeitslosigkeit im Juli ausschließlich Frauen traf (+40 auf 767), während die Zahl bei Männern gleich blieb (744). Lichtblick ist die Entwicklung bei Personen unter 25. Hier ging die Zahl der Betroffenen um 12 (-5,6 Prozent) auf 196 zurück. Bei älteren Personen über 50 hingegen ist eine Steigerung um 57 (+11,6 Prozent) auf 547 zu verzeichnen.

Langzeitarbeitslosigkeit bleibt großes Problem

Weiterhin eklatant ist das steigende Problem der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Bezirk sind bereits 533 Personen (+115) länger als ein Jahr arbeitslos, 832 Personen (+105) länger als sechs Monate. Für benachteiligte Gruppen wie Ältere, gering Qualifizierte oder Personen mit Behinderungen werde es immer schwerer, Jobs zu ergattern. Ableidinger: „Da hat sich ein Potenzial aufgebaut, dass immer schwerer auf geeignete Arbeitsplätze gebracht werden kann.“

Die bereits im Juni festgestellte neue Dynamik am Arbeitsmarkt bezüglich offener Stellen setzte sich aber auch im Juli fort. Mit Monatsende waren im Bezirk 125 offene Stellen beim AMS gemeldet, um 27 (+27,6 Prozent) mehr als im Juli 2015.