Gmünd

Erstellt am 17. Mai 2017, 02:01

von Karin Pollak

Gesundheitsversorgung: Zwei Arztstellen offen. Noch keine Bewerber für die Stellen von Werner Böhm-Michel und Fritz Obenaus, die bald in Pension gehen.

Symbolbild

Der nahende Sommer bringt im Norden des Bezirkes zumindest vorläufige Einschnitte am Gesundheitssektor: Für die praktischen Ärzte Werner Böhm-Michel in Litschau und Fritz Obenaus in Heidenreichstein geht die aktive Arbeitszeit im Juni bzw. Juli zu Ende, für die Nachfolge in beiden Fällen gab es bisher keine einzige Bewerbung.

Fritz Obenaus tritt mit 1. Juli seinen Ruhestand an.  |  privat

Böhm-Michel tritt am 14. Juni seinen Ruhestand an. Er ist seit 1991 in Litschau als praktischer Arzt tätig. Für Fritz Obenaus und seine Gattin Maria, die bei ihm als Arzthelferin tätig ist, endet mit 1. Juli die aktive Berufslaufbahn nach 34 Jahren. Das Ehepaar blickt dem Ruhestand mit gemischten Gefühlen entgegen. „Mittlerweile behandeln wir auch schon Kindeskinder unserer Patienten, im Lauf der Jahrzehnte hat sich einfach ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, um das uns nun leid ist“, sagt Obenaus.

Keine Neuausschreibung für Stelle in Burgstadt

Laut dem Leiter der NÖ Gebietskrankenkasse, Wolfgang Ebert, wurden beide Ärztestellen bereits ausgeschrieben. Beim ersten Versuch hätten sich jedoch, so Ebert zur NÖN, in beiden Fällen keine Interessenten gemeldet. Somit wird weiterhin nach einem Nachfolger von Werner Böhm-Michel in Litschau gesucht. Der scheidende Arzt hat eine simple Erklärung für die Schwierigkeit, einen Nachfolger zu finden: „Es ist die Infrastruktur-Schwäche im ländlichen Raum.“ Gerald Ehrlich wird also selbst im besten Fall das nächste Quartal in der Stadt Litschau als einziger praktischer Arzt stemmen müssen.

In Litschau verabschiedet sich Werner Böhm-Michel mit 14. Juni – dann ist Gerald Ehrlich alleine.  |  privat

Die frei werdende Stelle in Heidenreichstein wird nicht mehr ausgeschrieben. „Laut Ärztekammer gibt es in Heidenreichstein ohnehin drei praktische Ärzte ohne Fritz Obenaus. Jetzt wird einmal die Entwicklung mit diesen drei praktizierenden Ärzten im Auge behalten“, erklärt Wolfgang Ebert.

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