Gmünd

Erstellt am 05. April 2017, 03:44

von Markus Lohninger

Pilotprojekt: Waldviertler Wild soll Marke werden. Imagepflege & Direktvermarktung: Jäger streben Auftritt unter gemeinsamer Dachmarke an. Start beim Gmünder Wochenmarkt.

Wildschwein & Co sollenbald als gemeinsameMarke aus unserenWäldern auf unsere Tellerwandern.  |  shutterstock.com/Jeffrey Banke

Zwei Jahre lang geisterte die Idee im Hinterkopf des Hirschbachers Josef Pruckner herum, zum Start der dritten Gmünder Wochenmarkt-Saison am 15. April soll die Idee nun sanft an die Praxis herangeführt werden: Der Großdietmannser Gemeindeamts-Leiter und in der Jägerschaft des Bezirkes vielfältig engagierte Funktionär will ein gemeinsames Vermarktung-Projekt einiger Genossenschafts-Jagden im Großraum Gmünd für das „Waldviertler Wildbret“ starten.

Josef Pruckner spricht in dem Zusammenhang von einem „Pilotprojekt mit dem Ziel, einen Markennamen zu schaffen. Wir stehen noch ziemlich am Anfang und warten gespannt ab, wie es sich entwickelt – aber bewährt sich das Projekt, dann würden wir es gerne regional ausweiten.“ An die 20 Jäger bilden derzeit schon einen losen Zusammenschluss, der zu einer Arbeitsgemeinschaft führen soll – dabei sollen jeweils unabhängige Jäger ihre eigenen Produkte unter dem geplanten gemeinsamen Markennamen anbieten können.

"Beginnende Grillsaison ist perfekt"

Das „Waldviertler Wildbret“ als wieder erkennbare Marke soll der Imagebildung in Sachen Jagd dienen, auch ein eigenes Logo soll dafür etabliert werden. Zugleich soll es aber auch die Schätze aus unseren Wäldern aufzeigen, die ohne lange Transportwege und zweifelhafte Herkunft frisch und direkt vor Ort gekauft werden können.

Josef Pruckner will mit der neuen Marke auch das Image der Jagd pflegen.  |  Markus Lohninger

Das Bewusstsein darüber, dass das an sich immer beliebter werdende Wild gleich aus unserem Wald auf unsere Teller wandern könnte, fehle nämlich teilweise, sagt Pruckner: „Die Vermarktungs-Möglichkeit beim Gmünder Wochenmarkt ist in der beginnenden Grillsaison daher perfekt.“

Zum Start ist angedacht, alle zwei Wochen mit einem Wildbret-Stand mitzumachen, wobei freilich immer nur angeboten werden kann, was gerade Saison hat. Im Erfolgsfall ist eine wöchentliche Teilnahme denkbar.

Mittelfristiges Ziel ist es laut Pruckner auch, in Abstimmung mit der Behörde eine eigene, gemeinsame Betriebsstätte zur Verarbeitung des Wildes bis zur Vakuumverpackung und Etikettierung einzurichten. Auch die Idee, gemeinsam mit Fleischhauern der Region Spezialitäten wie Wildleberkäse, Wildbratwürstel oder Wildschinken herzustellen, steht im Raum.

Wochenmarkt startet mit Oster-Schwerpunkt

Neu dabei sind beim Wochenmarkt in der Fußgängerzone des Gmünder Stadtplatzes ab dem 15. April (9-12.30 Uhr) auch Daniela Somloi und Thomas Waldherr vom „Wanenhof“. Sie wollen die Marktbesucher mit Kräutern, Ayurveda-Angeboten und diversen weiteren Erzeugnissen aus ihrer noch relativ jungen Sonderkulturen-Bewirtschaftung am eigenen Hof in Unterlembach versorgen. „Alle unsere Produkte sind vegan und diabetikergeeignet“, betont Waldherr.

Josef Hag gewann mit „Waldviertler Wildbret“ einen attraktiven Anbieter für den Wochenmarkt.  |  Markus Lohninger

Ausweiten will zudem Christoph Arnhof sein Angebot an Fisch-Erzeugnissen vorwiegend vom Wels. Nicht mehr dabei sein werden hingegen Peter‘s Land und das Gut Gmünd.

Zum Start des von „Echt Gmünd“ (EG) ins Leben gerufenen Marktes soll, wie Obmann Josef Hag sagt, am Karsamstag gleich ein kräftiges Lebenszeichen abgeben werden: Passend für das Oster-Wochenende wird ein breites Oster-Angebot von Blumen über Eier und Gestecke bis zum Osterschinken vorbereitet. Als Draufgabe will Arnhof mit Steckerlfischen aufwarten.

Auch danach sollen mit monatlichen Themen-Schwerpunkten wie einem „Muttertags-Special“ am 13. Mai, Erdbeer-, Heidelbeer-, Honig- oder Heurigen-Tagen zusätzliche Anreize geschaffen werden, damit sich – so Hag – „im Zentrum wieder etwas tut“.

Die Stadtgemeinde Gmünd bleibt als Unterstützerin erhalten – unter anderem hatte Wirtschafts- und Tourismus-Stadtrat Alexander Berger (ÖVP) bereits im Vorjahr angekündigt, das von der Gemeinde subventionierte „Wochenmarkt-Taxi“ auch heuer im Halbstunden-Takt Touren durch die Stadt drehen zu lassen.

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