Erstellt am 17. Februar 2016, 06:14

von Thomas Weikertschläger

Zank um Winterdienst. Ehrendorfer Familienvater klagt über Feinstaub-Belastung. Bürgermeister Weissenbök: „Können nicht täglich räumen.“

In der freien Natur steht die Sinnhaftigkeit von Sandstreuung außer Frage. In besiedeltem Wohngebiet sind sich die Gemeinden des Bezirks Gmünd über den Einsatz von Sand oder Salz hingegen nicht einig.  |  NOEN, Shutterstock/vvoe
Trotz des heuer milden Winters ist der Winterdienst in den Gemeinden derzeit Gesprächsstoff, sind doch sowohl Salz als auch Sand vielerorts nicht gerade optischer Aufputz. Für besonderen Unmut sorgt die Situation beim Ehrendorfer Alfred Buder. Aus seiner Sicht beherrsche die Gemeinde Großdietmanns den Winterdienst nicht. Er kritisiert die Entscheidung, Sand anstatt Salz als Streumittel einzusetzen: „Ich wohne nur ein paar Meter von der Gemeindegrenze zu Gmünd weg und gehe häufig mit meinen Kindern spazieren. Ich sehe nicht ein, warum wir Ehrendorfer von Jänner bis Ostern Staub schlucken müssen“, so der verärgerte Familienvater.

Jedes vorbeifahrende Auto wirble eine Staubwolke auf. Buder: „Da geht es auch um die Gesundheit der Kinder.“ Er habe auf der Gemeinde vorgesprochen, dort sei ihm gesagt worden, dass nur einmal, nämlich vor Ostern, gekehrt werde.

Auf NÖN-Anfrage bestätigt das Bürgermeister Johann Weissenbök (ÖVP), der als Grund für die einmalige Kehrung die Kosten anführt: „Ich kann nicht jeden Tag räumen und am nächsten Tag wieder streuen, das geht in anderen Gemeinden auch nicht.“

Bezirk: Regelungen sind unterschiedlich

Buder verweist auf die Stadtgemeinde Gmünd, in der der Winterdienst besser funktioniere. In der Bezirksstadt selbst wird teilweise mit Salz, aber auch mit Sand gestreut, wie Bauamtleiter Franz Höllrigl berichtet. Ausschlaggebend für die Streu-Art sei das Verkehrsaufkommen. Höllrigl: „Wo eine große Anzahl an Fahrzeugen unterwegs ist, wird gesalzen.“ Es gebe einen genauen Plan für jeden Straßenzug, der jährlich überarbeitet werde. Problematisch sei, dass auch die Anrainer nicht immer einer Meinung über das bevorzugte Streumittel seien. In den Katastralgemeinden werde vorwiegend auf Sand gesetzt.

Unterschiedlich geregelt wird der Winterdienst in den übrigen Gemeinden des Bezirks. Während in den kleineren Gemeinden und in Heidenreichstein und Weitra vorwiegend auf Sand-Steuung gesetzt wird, werden die Straßen in Litschau und Schrems mit Salz behandelt. „Dabei geht es darum, die Feinstaubbelastung für die Bürger gering zu halten“, begründet der Litschauer Bürgermeister Rainer Hirschmann (ÖVP) den Salz-Einsatz. In den Katastralgemeinden hingegen kommt wegen des geringeren Verkehrsaufkommens Sand zum Einsatz.

Häufige Einsätze trotz milden Winters

Dass es heuer aufgrund des milden Winters zu geringerem Aufwand bzw. Kosten komme, können die Gemeindevertreter noch nicht bestätigen. Der Schremser Stadtrat Michael Preissl (SPÖ) meint: „Wegen des häufigen Wechsels zwischen Plus- und Minusgraden kam es oft zu Glatteisbildung, es musste oft nachgesalzen werden.“

Auch bei der Säuberung der Straßen von Sand gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. In Heidenreichstein und Kirchberg wird der Sand auch vor der Grundkehrung im Frühjahr zwischenzeitlich geräumt, um die Feinstaubbelastung zu minimieren.

In Weitra hingegen bleibt der Sand liegen, „außer es gibt längere Schönwetterperioden, dann kehren wir den Sand schon weg“, so Bürgermeister Raimund Fuchs (ÖVP).