Erstellt am 02. März 2016, 05:04

von Markus Lohninger

Buch über Nazi-Zeit wird neu aufgelegt. Binnen Wochen war „Wohin seid ihr gegangen?“ von Franz Drach vergriffen. Jetzt bringt „BergerPrint“ zweite Auflage.

Historiker Franz Drach: »Wohin seid ihr gegangen?« erscheint demnächst in zweiter Auflage.  |  NOEN, ml
Da sage noch einer, es ließe sich mit dem Aufarbeiten von Geschichte keine größere Öffentlichkeit mehr erreichen:

Das 2014 veröffentlichte Buch „Am Anfang war das Lager“ von Franz Drach, Manfred Dacho und Harald Winkler über die Geschichte der Gmünder Neustadt wurde weit mehr als tausend Mal verkauft, und das erst im Dezember 2015 präsentierte Werk „Wohin seid ihr gegangen?“ von Franz Drach über die Geschichte der Menschen in der Nazi-Zeit in der Region ist bereits seit Wochen vergriffen.

„Ich kann es nur anbieten und abwarten, ob es jemand kauft“, schmunzelt Drach. Diesmal überstieg das Interesse die Auflage (350 Stück). Da immer noch Anfragen kommen, will Alexander Berger das Werk bereits in wenigen Tagen im Verlag „BergerPrint“ in einer zweiten, um manche Tippfehler bereinigten Auflage auflegen. „Es ist wichtig, dass das Thema erstmals umfassend aufgearbeitet wurde“, sagt er: „Und es ist wichtig, die Ergebnisse der Nachwelt zugänglich zu machen.“

„In einigen Gemeinden ist die Nazi-Zeit
noch ganz wenig erforscht.“
Historiker Franz Drach

Der Gmünder Historiker Franz Drach leistete mit seinem Streifzug durch die Zeit des Nationalsozialismus im Bezirk Gmünd für viele Orte Pionierarbeit. „In einigen Gemeinden ist die Nazi-Zeit noch ganz wenig erforscht“, spricht er von teils schwieriger, jahrelanger Recherche. Vor allem auch in Schrems sei die Quellenlage noch sehr dürftig. Und, so Drach: „Es fehlt an Nachschub an jungen Historikern, die sich der Geschichte des Bezirkes widmen wollen. Harald Winkler ist da in Gmünd eine rühmliche Ausnahme…“

Ein neues Forschungsprojekt hat Franz Drach noch nicht gestartet. Gut möglich aber, dass er eines Tages auch damit beginnt, sich intensiver der Nachkriegsgeschichte zu widmen. „Die Besatzungsjahre wären noch eine sehr interessante Zeit“, sagt er. Leichter dürfte es dazu mit der Sichtung des Materials allerdings noch nicht werden.