Erstellt am 04. Mai 2016, 05:44

von NÖN Redaktion

Crash bei Hoheneich: „Dachte, Fahrzeug sei explodiert“. Schock nach Verkehrsunfall auf der vierspurigen B41 bei Hoheneich. Unfallzeuge zur NÖN: „Dachte zuerst, ein Fahrzeug sei explodiert.“

Vergeblicher Hubschrauber-Einsatz: Eine am Unfallort erfolgreich reanimierte Gmünderin erlag in Horn ihren Verletzungen.  |  NOEN, FF Hoheneich

Zwei Todesopfer forderte ein tragischer Verkehrsunfall am 2. Mai auf der B41 bei Hoheneich. Die 21-jährige Schremserin Marlene Redl verstarb noch an der Unfallstelle, die 61-jährige Gmünderin Keziban Yilmaz erlag in den Abendstunden im Landesklinikum Horn ihren Verletzungen.

Ein Insasse eines aus Richtung Gmünd kommenden Pkw, der nur wenige Sekunden nach dem Crash am Unfallort eingetroffen ist, schilderte seine Eindrücke gegenüber der NÖN: „Als wir bei Hoheneich um die Kurve kamen, flogen Fahrzeugteile durch die Luft. Im ersten Moment dachte ich, es sei ein Fahrzeug explodiert.“

 Nur Momente später sei man direkt an der Unfallstelle gewesen. „Wir haben – so gut es ging – geholfen und auch die Rettungskräfte alarmiert. Erschreckend war, dass sehr viele Fahrzeuglenker einfach auf einem noch freien Fahrstreifen weitergefahren sind und sich nicht um den Unfall gekümmert haben“, so der geschockte Zeuge, der ebenfalls aus Schrems kommt: „Erst später habe ich realisiert, dass wir großes Glück gehabt hatten, denn nur Sekunden später – und wir wären selbst in den Crash verwickelt gewesen.“

Pkw-Lenkerin geriet auf äußerste Gegenfahrbahn

Ereignet hat sich der fatale Unfall am 2. Mai kurz vor 9 Uhr. Marlene Redl lenkte ihren Seat Leon von Schrems in Richtung Gmünd. Auf der auf Höhe Hoheneich vierspurigen B41 dürfte das Auto laut Polizeibericht ins Schleudern und quer auf die Gegenfahrbahn geraten sein. Dort war der 68-jährige Gmünder Ali Yilmaz auf der äußerst rechten Fahrspur mit seinem VW-Kastenwagen unterwegs. Er konnte den Klein-Lkw nicht mehr anhalten, es kam zum Zusammenprall. Die Wucht war derart heftig, dass Motor und Getriebe aus dem Pkw gerissen wurden und erst nach rund 20 Metern zum Liegen kamen.

Marlene Redl, die den Beruf Steuerassistentin erlernte und in Wien arbeitete, überlebte diesen Unfall nicht. Der Lenker des Kastenwagens wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Landesklinikum Gmünd gebracht. Seine Gattin Keziban, die sich am Beifahrersitz befand, wurde von zwei Notärzten reanimiert und mit dem Notarzthubschrauber nach Horn gebracht. Dort mussten die Ärzte am Abend den Kampf um ihr Leben aufgeben.

Insgesamt fünf Feuerwehren (Hoheneich, Gmünd, Albrechts, Waldenstein, Schrems), ein Notarzt-Einsatzfahrzeug, ein Notarzthubschrauber, zwei Rettungswägen und mehrere Polizeistreifen waren bei diesem fordernden Einsatz vor Ort. Das Rot-Kreuz-Team rückte erstmals mit dem seit diesem Tag aktiven Notarzt-Einsatzfahrzeug aus. Die Betroffenheit im Team war besonders groß, als sich herausstellte, dass das Unfallopfer die Schwester eines Kollegen war.