Erstellt am 20. November 2015, 06:28

von Markus Lohninger

Elk-Häuser für Flüchtlinge?. Bundesweit könnten bald hunderte großvolumige Fertigteil-Häuser für Flüchtlinge entstehen. Elk-Chef Erich Weichselbaum: „Stehen bereit!“

 |  NOEN, Karl Tröstl
Auf den Schremser Fertighaus-Riesen Elk könnte schon bald eine Menge Arbeit zukommen: Bei einer Veranstaltung der ARGE Eigenheim wurde vorige Woche die Idee präsentiert, Fertigteil-Miethäuser zur Unterbringung vieler Tausend Flüchtlinge in Österreich zu errichten.

Diese könnten zunächst als günstige Notquartiere für Asylwerber oder reguläre Mietwohnungen für Flüchtlinge mit bereits positivem Asylbescheid (die auch legal arbeiten dürfen) mit niedrigen Standards und geringen Kosten geschaffen, später aber bei Bedarf auch aufgewertet oder – etwa zu Studenten- oder Pensionistenheimen – umgerüstet werden. Bundes-Asylkoordinator Christian Konrad schätzt, dass bereits bald bis zu 50.000 anerkannte Flüchtlinge auf Wohnungssuche sein werden, durch den Vorstoß solle unter anderem auch gegen Ausbeutung von Asylberechtigten vorgegangen werden.

Zum Bau der Mehrparteienhäuser sollen, wie bei der Präsentation gesagt wurde, gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften motiviert werden. Die Finanzierung soll im Rahmen einer Wohnbau-Offensive des Bundes unterstützt werden, wobei die konkrete Abwicklung durch NGOs wie Caritas oder Diakonie erfolgen soll. Es gehe um Einheiten für jeweils 50 bis 80 Personen, mit denen unter anderem Abwanderungs-Gemeinden belebt werden könnten, heißt es in der Zeitschrift „Die Presse“. Gespräche mit Bürgermeistern sollen in dieser Hinsicht bereits bald starten.

Elk: Ähnliche Produkte bereits entwickelt

Elk-Chef Erich Weichselbaum kann die Dimension des Projektes für sein Unternehmen noch nicht abschätzen. „Ich erwarte mir dadurch aber schon einiges. Elk steht jedenfalls bereit, hat entsprechende Produkte schon in der Vergangenheit erfolgreich entwickelt“, sagt Weichselbaum zur NÖN. Unter anderem in Erdbebengebieten hat der Fertighaus-Marktführer, der in Schrems mehr als 700 Mitarbeiter beschäftigt, in Windeseile massenhaft Wohnraum – und sogar eine ganze Universität – aus dem Boden gestampft. In Großbritannien werden laufend neue Großprojekte abgewickelt. Und in Deutschland habe man, wie Weichselbaum ergänzt, bereits zwei großvolumige Grundversorgungs-Quartiere für Flüchtlinge angeboten.