Erstellt am 31. März 2016, 05:34

von Markus Lohninger

Ende für Notarzt-Stützpunkt droht. Nächster Aderlass nach jahrelangem Abbau bei Bahn, Post, Polizei, Behörden oder Gesundheit? Politiker schlagen Alarm!

Nebenschauplatz für das Rote Kreuz neben dem Einsatz für Mitmenschen: Es gilt, effiziente Konzepte zur Notarzt-Versorgung zu erstellen. Foto: ÖRK/Stöcher  |  NOEN, Österreichisches Rotes Kreuz
Das Land NÖ als Auftraggeber hat eine EU-weite Ausschreibung um die Vergabe der Notarzteinsatz-Dienste ab 2017 gestartet, im Zuge derer im oberen Waldviertel theoretisch drei der derzeit fünf Stützpunkte fallen könnten.

Für die Bezirke Gmünd, Waidhofen und Zwettl – die derzeit von den Stützpunkten Gmünd, Waidhofen, Zwettl (rund um die Uhr), Raabs und Groß Gerungs (12-h-Bereitschaft) versorgt werden – sind nämlich nur noch insgesamt zwei Stützpunkte als Minimum fix vorgeschrieben. Und Gmünd hatte laut Ausschreibung im Vorjahr mit 680 Alarmierungen die wenigsten unter den Vollzeit-Stützpunkten der Region (Waidhofen 1.346, Zwettl 722).

„Wäre Katastrophe für das Waldviertel“

Die Rettungsdienste müssen nun im internationalen Wettbewerb in Bewerbungen formulieren, welche Stützpunkte sie betreiben wollen – also auch, welche nicht. Rotkreuz-Sprecher Andreas Zenker hält klar fest, dass die Debatte nur Notarzt-Stützpunkte – nicht normale Krankendienste – betreffe. Aber: „Dass landesweit 32 Stützpunkte mit einer solchen Ausschreibung kaum aufrecht erhalten werden können, ist klar.“

Im Bezirk formiert sich bereits Widerstand. Margit Göll, Landtags-Abgeordnete und Bezirksobfrau im Gemeindevertreterverband (GVV) der ÖVP, will „nicht warten, bis da etwas entschieden ist. Sollten an den Spitalsstandorten Gmünd, Waidhofen und Zwettl nur zwei Notarzt-Stützpunkte bleiben, dann wäre das eine Katastrophe für das Waldviertel.“

Sobotka-Sprecher: „Sicher kein Sparpaket“

„Wir sparen uns noch zu Tode“, mahnt auch ihr Gegenüber im GVV der Sozialdemokraten, Karl Harrer. „Ich fürchte, dass es im Fall einer Reduktion Gmünd treffen würde.“

„Das wird sicher kein Sparpaket“, betont Günther Haslauer, Sprecher des zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Wolfgang Sobotka (ÖVP). Man habe aber angesichts auslaufender Verträge neu ausschreiben müssen – und Rettungsdiensten die Möglichkeit gegeben, ihr Konzept selbst zu gestalten.

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