Erstellt am 07. April 2016, 06:34

von Markus Lohninger

„Ja, so sind wir“. Die Weltpremiere des „Heinifilms“ im ausverkauften Kulturhaus: Da machte selbst der Justizminister Zugeständnisse.

Nach der Weltpremiere in Schrems: Produktionsleiter Michael Kitzberger, Regie-Assistentin Teresa Distelberger, »Brennstoff«-Chefredakteur Moreau, Regisseurin Nicole Scherg, Heini Staudinger und seine Co-Geschäftsführerin Sylvia Kislinger, Justizminister Wolfgang Brandstetter (von links).  |  NOEN, Markus Lohninger

Vieles ist Heini Staudinger. Aber nein, der größte Verbrecher des Waldviertels war dann schon noch der Räuberhauptmann Grasel. So viele Sträuße der „Schuh-Rebell“ wegen seines (damals) nicht rechtmäßigen Finanzierungs-Modells im Zuge des Verfahrens mit der Finanzmarktaufsicht auch mit der Justiz ausgefochten hatte: Bei der Welturaufführung der Filmdoku „Das Leben ist keine Generalprobe“ rund um Staudingers Lebenswerk musste Justizminister Wolfgang Brandstetter am 30. März im Kulturhaus Schrems das Schuldeingeständnis des „Waldviertler“-Schuherzeugers dann doch relativieren.

Brandstetter bezeichnete Staudinger gar als „Musterbeispiel für nachhaltiges Wirtschaften“, man solle den „Geist des Heini fast in Flaschen abpacken“. „Nachhaltig“ wirke der Verkaufsschlager aus dem Waldviertel nämlich, wie Brandstetter sagte, selbst an dessen eigenen Füßen: Er habe damit den Fersensporn wegbekommen.

Zwei Jahre lang in alle Winkel des Betriebes geblickt

Nachhaltig gewirkt hat die Zusammenarbeit mit Staudinger, Gea und Waldviertler Werkstätten auch auf Regisseurin Nicole Scherg. Sie hat Staudinger fast zwei Jahre lang in alle Winkel des Betriebes, zum Produktionspartner nach Ungarn, zu Hilfsprojekten nach Tansania oder zum Nacktbaden im Steinbruch- See begleitet. „Es war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben“, sagte sie den Premierengästen ihres Regiedebüts. Scherg habe sie – so Staudingers Co-Geschäftsführerin Sylvia Kislinger – gefragt, was sie am Film geändert haben wolle. „Nichts“, habe Kislinger gesagt: „Wir stehen im Film nicht immer gut da, könnten einiges korrigieren. Aber ja, so sind wir.“

Und Heini selbst? Der wüsste schon noch ein paar Gesetze, die auch noch zu ändern wären. Das war für den Justizminister nach seiner Flut an Eingeständnissen dann aber doch zum Haareraufen…

Ab Freitag läuft der Film auch täglich im Stadtkino Gmünd, im Anschluss an die Vorstellung vom 15. April (20 Uhr) hat sich Heini Staudinger als Gesprächspartner von Waldviertel-Akademie-Chef Ernst Wurz zur Podiumsdiskussion angekündigt.