Erstellt am 15. September 2015, 08:46

von Markus Lohninger

FJB: Licht & Schatten. "Neues Zeitalter" mit einheitlichen Takten und Fahrzeiten kommt, Tagespendler müssen aber früher aufstehen.

Der neue „Cityjet“, der ab kommendem Jahr auch auf der Franz-Josefs-Bahn verkehren soll, wird am 19. September ab 13.15 Uhr am Gmünder Bahnhof präsentiert. Die neuen Fahrpläne der ÖBB werden dabei wohl auch Inhalt von Gesprächen sein.  |  NOEN, ÖBB/Schacherhofer

Die von Verkehrs-Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) voriges Jahr angekündigte "neue Zeitrechnung" für die Franz-Josefs-Bahn verheißt der nun von den Bundesbahnen veröffentlichte neue Fahrplan durch die Einführung eines Taktschemas samt konstanter Fahrzeiten ab 13. Dezember. Für Tagespendler birgt die Verbindung in die Bundeshauptstadt allerdings auch weniger angenehme Änderungen und eine leichte Verlangsamung der bisherigen Top-Verbindungen.

Pendler müssen früher aus den Federn

Sie werden auf jeden Fall, wie der NÖ Wirtschaftspressedienst schreibt, ab 13. Dezember „um ihren Schlaf gebracht“. Wer in der klassischen Pendlerverbindung wochentags um 8 Uhr in Wien in der Arbeit sein will, der muss früher aufstehen: Die 2:04- Stunden-Fahrt im „Waldviertler Boten“ mit Abfahrt 5.31 Uhr in Gmünd und Ankunft 7.35 Uhr am FJ-Bahnhof verschwindet. Pendler müssen entweder 34 Minuten (REX 2105: 4.57 bis 7.03 Uhr) oder 20 Minuten (REX 2107: 5.11 bis 7.27 Uhr) früher aus den Federn, sitzen in beiden Fällen länger im Zug und kommen früher in Wien an.

Früher aufstehen heißt es auch für jene, die bereits um 7 Uhr in Wien sein sollen: Verkehrt der REX 2103 aktuell zwischen 4.20 und 6.25 Uhr von Gmünd nach Wien-FJB, so startet der REX 2101 künftig um 3.57 Uhr und öffnet die Türen am Franz-Josefs-Bahnhof um 6.03 Uhr.

Jubiläums-Event: Wohin kann die Reise gehen?

Gerald Hohenbichler (Plattform „Pro-FJB“), bekannt kritischer Bahngast, ist „natürlich nicht mit allen Details zufrieden“. Ein Manko sieht er auch darin, dass der immer wieder geforderte Nachtzug für Wien-Gmünd – der den Besuch von Abendveranstaltungen ermöglichen würde – weiter fehlt. Die letzte Verbindung wurde sogar von 20.45 Uhr um mehr als eine Viertelstunde nach vor verlegt.

Aber, so Hohenbichler: „Schade ist, wenn jede Verbesserung, die unterm Strich vielen Menschen nützt, als Verschlechterung gesehen wird.“ Er freut sich über Errungenschaften wie den fixen 2-Stunden-Takt für Gmünd-Wien und den 1-Stunden-Takt für Sigmundsherberg-Wien mit zusätzlichen Verbindungen in Stoßzeiten und kurzen Umstiegszeiten am Knoten Absdorf. Künftig wird tagsüber von/nach Gmünd zumindest jede zweite Stunde zu ähnlicher Minute eine Garnitur losgeschickt, was Hohenbichler auch als Erfolg der Pro-FJB wertet.

Wegfall von „3-Stunden-Löchern“

Er begrüßt auch die einheitlichere Fahrtdauer – in Richtung Gmünd sind die flottesten Züge durch fünf zusätzliche Stopps etwas langsamer, die anderen aber bis zu 11 Minuten schneller. Auch der Wegfall von „3-Stunden-Löchern“, vor allem jenes werktags zwischen 6.24 und 9.11 Uhr, sei eine Verbesserung.

Abseits der Fahrplan-Debatte laden Pro-FJB und Stadtgemeinde Gmünd am 25. September (16 Uhr) ins Palmenhaus: Anlässlich 20 Jahre Elektrifizierung Gmünd-Sigmundsherberg wird mit Gästen wie Landesverkehrsplaner Friedrich Zibuschka oder Franz Bauer (ÖBB-Infrastruktur) über langfristige Perspektiven samt Streckenausbau geplaudert.