Schrems

Erstellt am 01. August 2016, 12:14

von Markus Lohninger

„Tumulus“ in Schrems zerstört. Eine Lawine an Unmuts-Bekundungen entlud sich am Wochenende wegen der Abtragung eines beliebten Steingebildes: Vom „Tumulus“ im Schremser Stadtpark war nur noch eine lose Ansammlung an Felsen geblieben. Bürgermeister Harrer rechtfertigt die Aktion, die bereits vor über zwei Wochen gesetzt wurde, mit „Gefahr in Verzug“.

noen, Roland Kernstock/zVg

Auf Facebook wurde das Thema nach dem Freitag zum heißest diskutierten Schremser Stadtgespräch. Untröstlich rang auch Bluespumpm-Legende Johann „Zappa“ Cermak angesichts der Tat von „Kulturgutschändern“ in dem „vermutlich bis 4.000 Jahre alten“ Gewölbebau um Worte („Waaaaahhhhhnsinnnnn!!!!!!“).

Die Schuld wurde vielfach bei der Stadtgemeinde geortet, Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) war allerdings zunächst auch seitens der NÖN für keine Stellungnahme erreichbar. Am Montag bestätigte er schließlich, den „kontrollierten Einsturz“ des „Tumulus“ durch den Bauhof angeordnet zu haben – und zwar bereits am 15. Juli, kurz nach einem Starkregen, der einen Stein aus dem Gebilde geschwemmt habe.

„Es tut mir auch selber leid, aber ich trage die Verantwortung dafür, wenn das Gebilde zusammenstürzt und dabei Kinder zu Schaden kommen“, spricht Harrer von „Gefahr in Verzug“, die ein Zuwarten nicht mehr erlaubt habe.

Ein Gemeinderats-Beschluss ist bei „Gefahr im Verzug“ nicht erforderlich.

 Probleme seit Mai bekannt

 Bereits im Mai habe ihn ein besorgter Familienvater auf den unsicheren Zustand des Gebildes aufmerksam gemacht, ein erster Felsen sei damals schon zu Boden gestürzt gewesen. Spezialisten hätten den „Tumulus“ danach besichtigt, aber keine Chance auf eine Rettung gesehen. Zwar war das Gelände unmittelbar danach abgesperrt worden, die Gefahr für Kinder, die die Absperrung missachten, sei aber bestehen geblieben und durch die Unwetter untragbar geworden.

Rekonstruktion wird angekündigt

Ein Wiederaufbau durch Fachleute anhand einer Bilddokumentation wird ins Auge gefasst, wie Karl Harrer ankündigt.

 

Mehr dazu in der nächsten Ausgabe der Gmünder NÖN!