Erstellt am 22. Juli 2016, 07:00

von Jutta Hahslinger

Gefurzte Provokation. „Er hat einen fahren lassen und mir dann grinsend zug’wachelt“, schildert Waldviertler und präsentiert sich vor Gericht als Opfer.

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„Ich weiß nicht, wo, wann oder wie er zu den Verletzungen gekommen ist. Ich habe damit nichts zu tun. Er hat im Lokal mit mehreren Personen gestänkert und sich aufgeblasen. Auf dem Weg zu meiner Gefährtin hab ich ihn dann draußen, am Boden kriechend, nach seiner Brille suchend, gesehen. Er blutete und hatte eine Verletzung am Auge“, schildert der 26-jährige aus der Gemeinde Litschau vor Gericht und beteuert seine Unschuld zu den Verletzungsvorwürfen.

„Sie sehen einen Verletzten und gehen nicht hin?“, hakt Richterin Gudrun Hagen nach.
„Bin ich ja. Aber er reagierte ungehalten und ich kam seiner Aufforderung, mich zu schleichen, nach“, beteuert der Waldviertler und mutmaßt: „Er verwechselt mich oder er hat sich im Rausch selbst verletzt. Ich habe ihn nicht geschlagen. Ich habe bei meinem Schwiegervater im Lokal ausgeholfen, da schlage ich doch keine Leute zusammen, wie blöd müsste ich sein?“

„Er hat im Lokal mit mehreren Personen gestänkert. Auf dem Weg zu meiner Gefährtin hab ich ihn dann draußen, am Boden kriechend, nach seiner Brille suchend, gesehen.“

Beschuldigter

Das Opfer, ein 39-Jähriger aus der Gemeinde Reingers, will sich an eine Provokation erinnern können. Ein Gast habe einen fahren lassen und ihm dann grinsend zug’wachelt. In den folgenden Disput habe sich dann der 26-Jährige eingemischt: „Er hat mir eine auf den Brustkorb g’haut, ich taumelte zurück und dann waren die Lichter aus“, schildert der 39-Jährige. Vier Tage später sei er dann ins Krankenhaus, wo man sein lädiertes Gesicht behandelt habe.

In dem Beweisverfahren wird die beteuerte Opferaussage aber von keinem Zeugen bestätigt, schlussendlich fällt die Richterin einen Freispruch.