Erstellt am 22. Oktober 2015, 05:37

von Markus Lohninger

400 Asylwerber? "Stimmt nicht". Angeblicher Umbau des Ergee-Werksgeländes zu Großquartier wird dementiert.

Peter Müller, seit 2000 im Gemeinderat, ist SPÖ- Kandidat für die Wahl zum Vizebürgermeister.  |  NOEN, zVg

Werden die früheren Ergee-Werkshallen in der Gmünder Straße für die Unterbringung von 400 Asylwerbern umgebaut? Mehrere verunsicherte Schremser fragten vorige Woche in der NÖN-Redaktion wegen solcher Gerüchte an.

„Ich habe nichts gegen Asylwerber, aber 400 wären ein Wahnsinn. Mir ist das Herz in die Hose gefallen, als mir das erzählt wurde“, sagt etwa eine Schremserin, „jeder wittert bei Flüchtlingen das große Geschäft.“ Gegenüber der NÖN bestätigt Vizebürgermeister Peter Müller (SPÖ), ebenfalls schon vom Gerücht gehört zu haben.

Nicht einmal ein Antrag liegt vor

Müller kann aber nicht einmal ein Fünkchen Wahrheit darin erkennen. „Relativ große Teile der Fläche sind ja vermietet“, sagt er: „Außerdem müsste das Areal durch die Stadtgemeinde vom Betriebsgebiet in Wohngebiet umgewidmet werden, dazu liegt aber nicht einmal ein Antrag vor.“ Auch eine zwangsweise Unterbringung durch den Bund hält Müller für unwahrscheinlich, da Schrems die Quote jetzt schon mehr als erfüllt.

Ergee und Schrems verbindet eine wechselvolle Vergangenheit. Der einst schillernde Textilbetrieb schlitterte im Jahr 2008 in die Pleite, die zuletzt 200 Mitarbeiter verloren ihren Job. In der Folge wurde die Marke Ergee an den deutschen Discounter KiK verkauft, der lässt seither außerhalb Europas unter der Marke Ergee produzieren. Der einstige Betriebssitz der Ergee in der Gmünder Straße gehört seit 2009 der in russischem Eigentum stehenden Firma Skif, das Gebäude in der Niederschremser Straße erwarben die Waldviertler Werkstätten.