Erstellt am 21. April 2016, 05:44

von Karin Pollak

Eine Bitte: „Kauft im Ort“. „Werk-Stadt-Weitra“ reagiert auf NÖN-Berichte über Schließungswelle. Sie sieht potenzielle „Sprungbretter für die zukünftige Entwicklung“.

»Werk-Stadt-Weitra«-Obmann Reinhart Kartusch sieht Chancen.  |  NOEN, zvg
Nach mehreren NÖN-Berichten über Geschäftsschließungen in Weitra reagieren die Verantwortlichen der „Werk-Stadt-Weitra“. Sie sprechen von „vielen Reaktionen auf die Meldungen“, sehen aber sogar neue Chancen für den Rathausplatz.

„Die meisten Betriebe schließen nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus Altersgründen bzw. weil sich die Besitzverhältnisse ändern“, betont der Vorstand des Vereines zur Förderung von Wirtschaft & Tourismus. Jede Veränderung habe auch etwas Positives und könne als Sprungbrett für die zukünftige Entwicklung genutzt werden, betonen Obmann Reinhart Kartusch und seine Stellvertreter Kerstin Gall und Martin Zizka.

Fleischerei und Gasthaus werden verkauft

„Nach der geplanten Schließung des Gasthauses zu den Kuenringern beispielsweise haben die Eigentümer entschieden, die ehemalige Fleischerei und das Gasthaus zu verkaufen. Aufgrund der zentralen Lage und der Größe der Objekte bieten diese vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und somit eine Chance, den Rathausplatz mit neuen Ideen weiter aufzuwerten“, verrät Kartusch. Für die anderen Lokale werden Lösungen zur Nachnutzung gesucht – im Fall der Buchhandlung Janetschek wurde auch eine gefunden.

Es würden auch, wie das Trio betont, konkrete Gespräche für das eine oder andere Lokal laufen. „Ein Beispiel für die gute Belegung der Geschäftslokale ist die Tatsache, dass heuer unser Start-up-Wettbewerb zur Förderung von Jungunternehmern mangels freier Geschäftsflächen nicht stattfinden kann“, erklärt der Obmann, der auch auf den Branchenmix in der Gemeinde verweist: „Von der Apotheke zum Schwarzen Adler bis Zimmermanns Teigwaren können sämtliche Bereiche abgedeckt werden. In den vergangenen Jahren wurden zudem 15 Wohnungen geschaffen, die nach kurzer Zeit vermietet waren.“

Reinhart Kartusch spricht auch von einer engen Zusammenarbeit der Weitraer Vereine mit der Stadtgemeinde im Sinne einer Wirtschaftsförderung, appelliert aber auch an die Weitraer: „Diese Bemühungen müssen von der Bevölkerung unterstützt werden. Daher unsere Bitte: Fahrt nicht fort, kauft im Ort!“

„NÖN-Berichte gaben scheinbar den Anstoß“

Auch Elfi Maisetschläger, die in der NÖN vor zwei Wochen ihren Unmut über die Situation geäußert hatte, unterstreicht das Engagement der Werk-Stadt. „Scheinbar haben die NÖN-Berichte den Anstoß für belebende Aktivitäten gebracht“, so die Trachtenlady. „Der neue Teil-Bezirksobmann des Wirtschaftsbundes, Franz Zierl, wird sicherlich jungen Schwung in unsere Stadt bringen. Auch Bürgermeister Raimund Fuchs ist sehr um das Wohl unserer Stadt bemüht“, so Maisetschläger.

Erfolgreiche und einzigartige Veranstaltungen wie Bierkirtag, Schloss-Festival oder Adventtage seien zudem nur durch das Engagement der Bewohner, Unternehmer, Gemeinde, Vereine und Werk-Stadt zu verdanken. „Dieser Verein arbeitet seit Jahrzehnten sehr aktiv. Mit unserem Obmann Kartusch sehe ich sehr positiv in die Zukunft. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass Weitra voll lebendig ist, da ich selber seit mehr als 25 Jahren intensiv in diesem Verein tätig bin“, stellt Maisetschläger klar.

Die erste Großveranstaltung der Gewerbetreibenden, das „Mailüfterl“ am 1. Mai, sieht sie als gutes Omen: „Ich hoffe, dass sie frischen Frühlingswind zu uns bringt und Menschen aus nah und fern die offenen Geschäfte besuchen.“