Erstellt am 29. Oktober 2015, 04:32

von Thomas Weikertschläger

Gesetzesänderung: Der Otter-Schutz fällt. Teichwirtschaft im Bezirk begrüßt Lockerung bei Schutz von Fischotter und Biber. Naturpark Schrems will Engagement fortsetzen.

Der Schutz der Fischotter sorgt auch im Bezirk Gmünd für geteilte Meinungen. Foto: Shutterstock/Ninger  |  NOEN, Shutterstock/Ninger

Durch Schutzmaßnahmen wuchsen die Fischotter- und Biberbestände in den vergangenen Jahren immer stärker an – jetzt hat der Landtag in der Vorwoche den Schutz der beiden Tierarten zumindest teilweise aufgehoben.

Hafellner: „Umsetzung in der Praxis wird schwer“

Während Biber besonders den Hochwasserschutz gefährden, setzen die Fischotter der heimischen Teichwirtschaft stark zu. Die Neuregelung ist für Willibald Hafellner, Obmann des Teichwirteverbandes, zwar noch keine Problemlösung, aber „ein Schritt in die richtige Richtung“.

Dass sich die Neuregelung auf die Schäden merkbar auswirke, glaubt er aber nicht: „Die Umsetzung in der Praxis wird schwer. Gefangen werden dürfen die Tiere ja nur in Lebendfallen.“

Dann müsse geschaut werden, ob es sich um Männchen, tragende Muttertiere oder Junge handle. Er erwarte, dass die naturschutzrechtlichen Vorgaben für die Entnahme streng ausfallen werden. Hafellner: „Die Bejagung ist nicht freigegeben. Wild-West-Szenen wird es also keine geben.“

„Kapital hat Vorrang vor Naturschutz bekommen“

Michael Preissl, Obmann des Naturparks Hochmoor Schrems, hält die Entscheidung aus Sicht der Teichwirte zwar für nachvollziehbar, aus „Naturschutzsicht ist sie aber nicht besonders klug“. Denn auch wenn sich der Fischotter bei uns ausbreite, gehöre er weiterhin zu den gefährdeten Arten. „Und da stellt sich für mich die Frage, was uns wichtiger ist: Der Natur- und Artenschutz oder die Wirtschaft?“

Bei dieser Entscheidung habe das Kapital gegenüber dem Naturschutz den Vorrang erhalten. „Jetzt ist es scheinheilig, wenn die Entscheidungsträger sagen, Naturschutz sei ihnen wichtig.“

Im Naturpark und im Unterwasserreich werde man das Engagement für den Fischotter aber weiter aufrecht erhalten. „Wir wollen das gegenseitige Verständnis von Naturschutz und Teichwirtschaft weiter vorantreiben“, so Preissl.

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