Gmünd

Erstellt am 19. Oktober 2016, 06:36

von Markus Lohninger

Aus Discobus soll ein Jugendtaxi werden. Gutschein-Modell soll jugendliche Nachtschwärmer von Autonutzung abbringen und flexibler machen.

Stadtrat Jürgen Trsek tüftelt seit dem Frühsommer an der Ideallösung für den gesamten Großraum Gmünd-Schrems.  |  NOEN, Archiv

Der Discobus ist tot, es lebe das Jugendtaxi! Nachdem die Disco-Saison in der Kleinregion Waldviertler StadtLand – wie in der NÖN angekündigt – nach den Sommerferien aufgrund rapide gesunkener Fahrgastzahlen ohne den zwischen Dietmanns, Gmünd, Schrems und der Eve-Bar in Vitis verkehrenden Discobus gestartet ist, bahnt sich nun ein attraktives neues Angebot an.

Pläne "bereits sehr fortgeschritten“

Vorbild für die nun ins Auge gefasste neue Lösung ist das Burgenland, wo mehr als hundert Gemeinden bereits erfolgreich Gutscheine für zeitlich und räumlich flexible Jugendtaxis an Jugendliche ausgeben. Der Gmünder Stadtrat für Familie und Freizeit, Jürgen Trsek (ÖVP), der das Projekt stellvertretend für die anderen beteiligten Gemeinden ausarbeitet, hat die Idee bereits im Juni in der NÖN als mögliche Alternative zu den bisherigen Zuschüssen für fixe Busverbindung zu einer einzigen Disco kurz vorgestellt. Inzwischen sind die Pläne, wie auch Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) sagt, „bereits sehr fortgeschritten“.

Trsek spricht von Gesprächen mit dem Land NÖ wegen Förder-Optionen, der Suche nach weiteren Sponsoren und Gesprächen mit Taxi-Unternehmern. Seine Vision wären einheitliche Taxi-Tarife. Seitens der Kleinregion komme große Zustimmung zu dem ins Auge gefassten Modell, teils gibt es bereits Grundsatz-Beschlüsse dazu. Details sollen möglichst noch im Oktober geklärt werden, damit das Projekt in den einzelnen Gemeinden vor Weihnachten beschlossen werden kann.

Wie kann das Jugendtaxi in der Praxis funktionieren?

Die Idee ist laut Jürgen Trsek, in Gemeindeämtern eine bestimmte Anzahl von Gutscheinen auszugeben, für die die jungen Nachtschwärmer bloß die Hälfte des Preises berappen müssen. Damit sollen ganzjährig die Kosten für individuelle Fahrziele bezahlt werden können – die Fixierung auf nur eine Disco fällt damit weg, zugleich können damit Jugendpartys aller Art und Größe sicher erreicht und wieder verlassen werden.

Modell könnte auf Ältere ausgeweitet werden

Für die Kleinregion StadtLand errechnete Jürgen Trsek an die 650 Jugendliche im Alter bis zu 25 Jahren, die Nutzung liege bei den burgenländischen Projektgemeinden zwischen zehn und zwölf Prozent.

Bei ähnlichem Erfolg im Bezirk Gmünd könnte das Modell eines Tages ausgeweitet werden: Angedacht wird für diesen Fall bereits, auf diese Art auch älteren oder gebrechlichen Menschen zu mehr und vor allem einigermaßen leistbarer Mobilität zu verhelfen.

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  • Jugendtaxi: Guter Ersatz für Discobus?