Erstellt am 16. März 2016, 05:44

von Thomas Weikertschläger

Aus für Junges Wohnen?. Kontakt zwischen Gemeinde Gmünd und St. Pöltner Wohnungs- Genossenschaft ist abgerissen. FP-Stadtrat Zeilinger auf Suche nach alternativem Partner.

Seit zweieinhalb Jahren kündigt diese Tafel in der Gmünder Kernstockgasse die Errichtung einer »Junges-Wohnen«-Anlage an. Jetzt droht das Projekt mit der St. Pöltner Wohnungsgenossenschaft zu scheitern.  |  NOEN, Thomas Weikertschläger

Leise wurde es in den letzten Monaten um das im Herbst 2013 lautstark angekündigte Projekt „Junges Wohnen“, das in der Kernstockgasse günstige Wohnungen für junge Gmünder unter 35 Jahren hätte bringen sollen.

Mit der Umsetzung wurde nach einstimmigem Grundsatzbeschlusses des Gemeinderats die St. Pöltner Wohnungsgenossenschaft betraut. Auf dem 1.400m2 großen Areal hinter der Arbeiterkammer, das die Gemeinde von der AK für 65.000 Euro Grundablöse erworben hatte, waren 12 Wohneinheiten geplant.

Nachdem die St. Pöltner Wohnungsgenossenschaft nach dem Regierungswechsel in Gmünd den Auftrag für die Hausverwaltung in den mehr als 400 Gemeindewohnungen per 31. Dezember 2015 verloren hatte und aus dem Büro am Schubertplatz ausgezogen war, scheint zwischen der Gemeinde und der Genossenschaft Funkstille zu herrschen.

Der zuständige Liegenschafts-Stadtrat Benjamin Zeilinger (FPÖ) bestätigt gegenüber der NÖN, dass seine Bemühungen, mit der Wohnungsgenossenschaft in Kontakt zu treten, nicht von Erfolg gekrönt waren: „Wir haben es auf verschiedenen Wegen probiert, aber man verwehrt uns den Kontakt.“ Auch werde das Projekt auf der Website der Wohnungsgenossenschaft nicht mehr angeführt.

Seitens der Wohnungsgenossenschaft wollte man der NÖN auf Nachfrage keine Stellungnahme zum Stand des Projektes zukommen lassen. In einer Erklärung hieß es, man werde versuchen, Kontakt zu Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) herzustellen.

Zeilinger will das Baurecht zurückholen

Die Bürgermeisterin selbst will am Projekt festhalten. „Es wäre schade, wenn das Projekt scheitert, weil wir günstigen Wohnraum für junge Menschen in Gmünd dringend brauchen.“ Das bereits an die Wohnungsgenossenschaft vergebene Baurecht will Zeilinger notfalls zurückholen. Das Regulativ in Gmünd sehe vor, dass nach der Vergabe des Baurechts der Baustart innerhalb von zwei Jahren und die Baufertigstellung nach fünf Jahren erfolgen müssen. Geschehe das nicht, falle das Baurecht wieder an die Gemeinde zurück, die es neu vergeben könne. Dieses Regulativ gelte auch deshalb, weil damit verhindert werden könne, dass Baugründe ohne Bauabsicht aufgekauft und gewinnbringend weiterverkauft werden.

Da es in Gmünd Bedarf an „Jungen Wohnen“ gebe, sei er schon auf der Suche nach neuen Partnern, so Zeilinger. Die Gespräche seien verheißungsvoll, Details wollte Zeilinger aber noch nicht nennen.