Erstellt am 23. Oktober 2015, 05:37

von Markus Lohninger

Baumann wird "Primus". Heuer zurück ins Team geholter ehemaliger Baumann-Dekor-Geschäftsführer Maximilian Baumann wird Werksleiter. Er will "die Marke stärker sichtbar machen."

Maximilian Baumann übernimmt beim Traditionsbetrieb wieder das Zepter.  |  NOEN, Archiv

Wechsel in der Führungsriege von Baumann Dekor keine vier Monate nach der Übernahme durch eine Gruppe rund um die indische Chamundi Silks: Christoph Lysy gibt die Geschäftsführung beim Traditions-Erzeuger von Designerstoffen an Ajay Singh vom neuen Eigentümer ab, die operative Führung des Gmünder Standortes steht künftig auf vier Beinen.

Der unter Lysy wieder ins Boot geholte frühere Geschäftsführer Maximilian Baumann aus der einstigen Gründer-Dynastie leitet den Vertrieb. „Ich bin unter den vier Säulen auch der Primus“, sagt Baumann der NÖN. Die anderen Säulen sind demnach Ingeborg Steinmetz (Leiterin Administration), Betriebsrat Hermann Prinz als Produktionsleiter und Baumanns Schwester Regina Siller, die die Führung übers Design inne hat. Maximilian Baumann zur künftigen Ordnung im Unternehmen in der Schremser Straße: „Innerhalb bestimmter Grenzen handeln alle Leiter relativ frei.“

Weg von Billigware: Hoffnungsmarkt USA

Die aktuelle Belegschaft umfasst 48 Mitarbeiter, sie soll zügig ausgebaut werden. „Wir wollen ein weltweites Vertriebsnetz mit fix angestellten eigenen Leuten aufbauen, nachdem der Vertrieb zuletzt auf eineinhalb Mitarbeiter ausgedünnt wurde“, erklärt der neue alte starke Mann im 99 Jahre alten Traditionshaus. Mit einem starken Vertriebsnetz wolle man „wieder an alte Größe“ anschließen und zu einem Vollbetrieb gelangen: „Baumann hat immer noch einen guten Namen, wir wollen die Marke aber im internationalen Geschäft wieder stärker sichtbar machen.“

Am zuletzt unruhig gewordenen russischen Markt verbuchte Baumann Dekor wieder Teilerfolge, positiv entwickle sich auch der US-Markt, wie Maximilian Baumann erklärt. „Man wendet sich dort etwas von China ab und setzt mehr auf Qualität, weil man erkannt hat, dass dadurch langfristig sogar Kosten gespart werden“, sagt er.

Auch neue Nischen, in denen hochwertige Ware unabdingbar ist, wollen erschlossen werden – nachdem man als Schiffsausrüster bereits Top-Referenzen aufweisen kann, soll auch in die Bereiche Flugzeug- & Bahninterieur vorgedrungen werden.