Gmünd

Erstellt am 14. Juli 2016, 04:37

von Markus Lohninger

Gemeinde vermietet: Spritztour mit Strom. Gmünder und Gmünd-Reisende können bald bei Rathaus ein Elektro-Auto auftanken – und auch gleich anmieten.

Linkerhand vor dem Rathaus-Eingang kommt eine öffentlich zugängliche Schnelllade-Station für Elektro-Autos – und auch gleich der passende VW Golf zum Vermieten dazu.  |  NOEN, J. Bode

Die Stadtgemeinde Heidenreichstein hat bereits seit 2013 ein Elektro-Auto im Einsatz, in der Burgstadt wurde auch das „Solartaxi“ als Pionierprojekt ins Leben gerufen und nun wie in der NÖN berichtet in ein neues Zeitalter geführt. Die Stadt Gmünd geht nun den nächsten Schritt: Sie errichtet direkt vor dem Rathaus in der Schremser Straße eine erste öffentlich zugängliche Schnelllade-Station für Elektro-Autos – und postiert hier auch gleich einen strombetriebenen VW Golf, der vom Fleck weg stundenweise bzw. bis maximal drei Tage durchgehend angemietet werden kann.

„Es kamen bereits mehrere Anfragen von Gmündern oder Gmündern in Wien, die am Wochenende oder in den Ferien in die Stadt kommen und hier gerne auch ohne eigenes Fahrzeug mobil sein möchten“, begründet Infrastruktur-Stadtrat Benjamin Zeilinger (FPÖ) den Schritt gegenüber der NÖN. Der Gemeinderat beschloss den Ankauf des Fahrzeugs samt Schaffung der nötigen Infrastruktur wie berichtet einstimmig, wobei neben dem Schnelllader auch je eine Langsam-Ladestelle am Schubertplatz und vor dem Rathaus kommen. Die Gehsteigkante vor dem Rathaus wird für das Vorhaben abgeflacht.

Das Strom-Auto in 30 Minuten fast vollgetankt

Los gehen kann es mit den Arbeiten durch die Firma Leyrer+ Graf, wie Zeilinger sagt, ab sofort. Abgeschlossen solle der Prozess „nach Maßgabe der finanziellen Mittel“ noch heuer sein. Zum Start ist die Vermietung zu den Öffnungszeiten des Gemeindeamtes über das Bürgerservice geplant, mittelfristig soll das Auto für registrierte Benutzer auch über das Internet zu buchen sein. Bevor es richtig losgeht, soll für die Bevölkerung jedenfalls eine Info-Veranstaltung über Nutzungs-Details abgehalten werden.

An die 78.000 Euro machen die Anschaffungskosten für Auto und Infrastruktur aus, etwa ein Viertel davon dürfte durch Förderungen zurückkommen. „Es fallen weder NoVA noch motorbezogene Versicherungssteuer an, zugleich sind die Servicekosten aufgrund des nicht vorhandenen Motors erheblich geringer“, betont Benjamin Zeilinger. Zudem trage man mit den Ladestellen, die mehr als die Hälfte der Kosten ausmachen, dem Trend der Zeit Rechnung: Gerade im Waldviertel sei das Interesse an E-Autos vor allem für Zweitnutzer oder Fahrer von kurzen Strecken zuletzt regelrecht explodiert.

Und, so der Vertriebsleiter im Autohaus Waldviertel: „Die Schnelllade-Stelle übertrifft herkömmliche Stationen klar. Sie benötigt nur 30 bis 40 Minuten, um 90 Prozent der Kapazität vollzuladen.“