Gmünd

Erstellt am 20. Juli 2016, 06:40

von Markus Lohninger und Martin Gebhart

Gipfeltreffen: Neuer Anlauf für Bahn. Pröll und tschechischer Verkehrs-Minister einig über Pläne für umstiegslose Verbindung Wien-Prag via Budweis und Gmünd.

Der Railjet, der Hochgeschwindigkeitszug der ÖBB, könnte Wien und Prag in gut zwei Stunden miteinander verbinden. Voraussetzung ist jedoch ein zweigleisiger Ausbau der Franz-Josefs-Bahn.  |  NOEN, ÖBB

Lichtblick in der seit Jahren heftig geführten Debatte um eine Aufwertung der Franz-Josefs-Bahn: Nach einem Arbeitstreffen von Landeshauptmann Erwin Pröll und dem tschechischen Verkehrs-Minister Dan Ťok am 18. Juli verkündeten die beiden in Prag ihr gemeinsames Interesse an einem regionalen Expresszug zwischen eské Bud jovice (Budweis) und Gmünd.

Der wiederum solle ein erster Schritt zur angedachten Direktverbindung Wien-Gmünd-Budweis-Prag ohne Umsteigen sein – die freilich eine massive Aufwertung der FJ-Bahn wäre. Aktuell sind nämlich weder Budweis noch Prag von Wien aus ohne Umsteigen über Gmünd erreichbar. Zudem plagen Zugreisende zwischen Wien, Gmünd und Prag schlechte Vertaktungen beim Umsteigen in eské Velenice.

Experten sollen nun Machbarkeit prüfen

Starkes Interesse an der besseren Anbindung des aufstrebenden Großraumes Budweis an das Bahnnetz kommt wie berichtet von tschechischer Seite. Pröll und Ťok erklärten nun, Experten mit der Ausarbeitung eines Projektes zur möglichen Machbarkeit beauftragen zu wollen. Danach wolle man sich wieder an einen Tisch setzen.

Die Einigung bestätigt auch frühere Aussagen der VP-Landtags-Abgeordneten Margit Göll, die bereits im Frühjahr nach einem Gespräch in Tschechien von diesen Plänen berichtet hatte. Diese hätten, so Göll damals, auch gleich die Einbindung zweier Schnellzüge von Budweis via Tullnerfeld und der attraktiven Westbahn zum Hauptbahnhof Wien beinhaltet. Später war von tschechischer Seite der Dämpfer gekommen – plötzlich hatte es gegenüber der Initiative „Pro-FJB“ geheißen, dass auf österreichischer Seite noch alles offen sei (NÖN 24/2016).