Erstellt am 22. Juni 2016, 06:40

von Markus Lohninger

Große Pläne für ÖBB-Areal. Stadt will altes ÖBB-Areal nahe dem Harabruckteich kaufen und als Lebensraum entwickeln. Alle Parteien signalisieren Zustimmung zu 1,4-Millionen-Euro-Deal.

Das geplante neue Siedlungs- und Geschäftsgebiet inmitten der Stadt.  |  NOEN, zVg

In Gmünd kündigt sich eine wichtige städtebauliche Veränderung an: In Top-Lage unweit der Schulen, der Nahversorger und des Naherholungsgebietes Harabruckteich/ Teichkettenweg soll ein mehr als 35.000 m² großes, von der ÖBB-Produktion GmbH nicht mehr verwendetes altes Bahnhofs-Areal in absehbarer Zeit mit Leben gefüllt werden!

Die Basis dafür soll nach intensiver Vorarbeit in der Gemeinderats-Sitzung des 23. Juni geschaffen werden.

Dabei steht der Kauf der Fläche zwischen Bahnhof, Post, „Billa-Kreisverkehr“, Harabruckteich und Kleingartensiedlung („Feuchtes Eck“) um etwa 1,4 Millionen Euro durch die Stadt Gmünd als Bestbieterin zur Debatte. Alle Parteien signalisieren ihre Zustimmung, der Deal soll bis September die ÖBB-Gremien passieren.

„Unser Ziel ist es, den vitalen Stadtkern zu
erhalten und dennoch attraktiven neuen
Lebensraum zu entwickeln.“
Helga Rosenmayer, Bürgermeisterin (ÖVP)

Einen Ausblick auf die mögliche neue Verwendung hatte die NÖN bereits Ende 2012 geworfen, als der Stützpunkt der ÖBB- Lokführer vom betroffenen Areal abgezogen und bei der Park& Ride-Zone angesiedelt wurde. Gebäude wie Tankstelle, Werkstätte oder die bis 2014 von der NÖVOG genutzte Fläche samt 1,5 Gleis-Kilometer sind inzwischen frei – und wurden von der ÖBB zum Verkauf ausgeschrieben. Im Bieterverfahren, in dem die 35.000 m² Fläche nur als Gesamtes zum Verkauf standen, hat sich die Stadt Gmünd gegen einen Mitbieter durchgesetzt.

Sie möchte im Fall der positiven Abwicklung des Ankaufes den Bereich zwischen Kreisverkehr und Hans-Lenz-Straße für eine Ergänzung zur „Einkaufsmeile“ weiter verkaufen.

Dazu werden bereits Verhandlungen mit potenziellen Käufern geführt, sagt Alexander Berger, ÖVP-Stadtrat für Tourismus, Wirtschaft und Stadtentwicklung, auf NÖN-Nachfrage. Dabei wolle man einem Aushöhlen der Innenstadt positiv entgegenwirken, betont Berger: „Ziel ist es, Gmünd durch etwas zu bereichern, das Kaufkraft in die Stadt bringt. Wir möchten etwas Neues – aber nicht etwas mit vielen kleinen Einheiten, sondern eher ein größeres Ganzes – herbringen.“ Die Gesprächsbasis liege bei maximal zwei Geschäften. Namen werden noch nicht genannt. Der in der Gerüchteküche seit Jahren mit dem Areal verbundene Name „Lidl“ sei jedenfalls in keinem der bisherigen Gespräche gefallen und solle auch kein Thema werden, stellt Berger klar.

Wohnraum an Schwelle zwischen Stadt & Natur

Auch für die mehr als zwei Drittel der weiteren Fläche ungefähr ab Höhe Kinderspielplatz und rückwärts gibt es Ideen: In bester Lage mit Blick zum Teich könnte Wohnraum aufgeschlossen werden. Dazu Stadtrat Berger: „Die Baugründe im Wasserfeld gehen allmählich zur Neige, hier würden wir gerne in diese Richtung weitermachen.“

Aus der Sicht von Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) bahnt sich am ÖBB-Areal ein kräftiger Zug zur aktiven Stadtentwicklung an. „Unser Ziel ist es, den vitalen Stadtkern zu erhalten und dennoch attraktiven neuen Lebensraum zu entwickeln“, sagt sie. Man habe nun die Chance, ein unattraktives Gelände massiv aufzuwerten und lebenswert zu gestalten.

Starke Zustimmung zum gesamten Projekt kommt auch von der Opposition. „Die Option, ein Areal in einer derart tollen Lage übernehmen und dessen Zukunft mitgestalten zu können, ergibt sich in vielen Jahrzehnten wahrscheinlich nur ein Mal“, sagt SPÖ-Stadtrat Thomas Miksch: „Wir stehen zu diesem Projekt, der Entschluss zum Mietbieten fiel im Konsens.“

Umfrage beendet

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