Erstellt am 20. April 2016, 06:14

von Markus Lohninger

Sammelzentren fusionieren. Gmünder laden Altstoffe künftig in Hoheneich ab. Das spart Kosten, entlastet den Bauhof und bringt mehr Öffnungstage. Geplant: Lange Nutzungs-Zeiten dank E-Card!

Die Altstoff-Sammelstellen von Gmünd und Hoheneich sollen noch heuer in Hoheneich verschmelzen. Freuen sich über die interkommunale Kooperation: Thomas Miksch, Robert Bauer, Gmünds Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Thomas Votava, Hoheneichs Bürgermeister Christian Grümeyer, Martin Preis, Hoheneichs Vizebürgermeister Manfred Zeilinger und Michael Prinz vom Gmünder Bauamt (von links).  |  NOEN, Markus Lohninger
Die Hoheneicher Altstoff-Sammelstelle neben der Werkshalle der Firma Silbernagel an der B41 soll zum gemeinsamen Sammelzentrum für die Gemeinden Gmünd und Hoheneich werden. Der Start dazu soll nach einer Planungsphase und einem Probebetrieb auf jeden Fall noch heuer erfolgen, wie der Gmünder ÖVP-Klubchef Martin Preis beim Lokalaugenschein in Hoheneich sagte.

Alle Beteiligten ziehen aus der Zusammenlegung Vorteile. Die Gemeinden nutzen Synergien und reduzieren Kosten. Die Bürger profitieren durch deutlich komfortablere Öffnungszeiten. So ist geplant, die in Hoheneich bisher zwei Öffnungstage im Monat um die fünf bis sechs Tage von Gmünd zu ergänzen. Also werden künftig an zumindest sieben Tagen im Monat Altstoffe von eigenem Personal angenommen.

Zugleich bahnt sich ein im Bezirk Gmünd neues Service an: Geplant ist eine Zugangs-Möglichkeit auch außerhalb der fixen Öffnungszeiten! Ermöglichen soll das ein Registrierungs- System, bei dem die E-Card als „Zugangs-Schlüssel“ zur Sammelstelle dient. „Unter anderem in Neulengbach funktioniert ein solches System bereits“, sagt Gmünds Bauhofleiter Thomas Votava. Details der Abwicklung werden noch geklärt, geplant ist dazu auch der Besuch anderer vergleichbarer Sammelzentren.

Abgabe von Haushalts-Mengen bleibt möglich

Gmünds Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) freut sich über die künftige Lösung und sieht diese als „Erleichterung. Sie nützt uns aber nur dann etwas, wenn Gmünder auch weiterhin zu Fuß oder mit dem Rad kleine Haushalts-Mengen im Wirtschaftshof in der Weitraer Straße abgeben können.“
Ihr Hoheneicher Amtskollege Christian Grümeyer (ÖVP) erachtet die bestehende Anlage als perfekt geeignet für das Vorhaben. „Die Kapazitäten reichen aus. Und eine Einbahn-Regelung für die geordnete Zu- und Abfahrt von Fahrzeugen existiert jetzt schon“, sagt er.

In Gmünd hingegen ist die Situation angespannt. Der Bauhof platzt aus allen Nähten, Lagerbestand und Geräte ruhen teils in Ausweich-Quartieren neben dem Hof, im Wasserwerk und Feuerwehr-Haus. Dazu kommt eine, wie Votava sagt, „katastrophale Verkehrssituation“: Durch gemeinsame Ein- und Ausfahrt in den Bauhof und auf drei Orte verteilte Sammelstellen entstehen draußen oft lange Rückstaus in die Weitraer Straße.
Die Suche nach einem neuen Verkehrskonzept habe, so Martin Preis, zur Idee der Zusammenarbeit mit Hoheneich geführt. Diese ist auch aus der Sicht von Bauhof- und Umwelt-Stadtrat Thomas Miksch (SPÖ) eine gute Lösung – auch weil die Anlage an der B41 gut erreichbar ist und fern des Wohngebietes keine Last für Anrainer darstellt.

Adaptierungskosten dürfte primär das Registrierungs-System aufwerfen, wobei mit Förderungen spekuliert wird. Fix ist, dass notorische Umweltsünder durch die gute und lange Erreichbarkeit des künftigen Sammelzentrums eine neue Ausrede für ihre Verantwortungslosigkeiten suchen werden müssen…


Müll-Abladen à la Carte

In Neulengbach können mit registrierter E-Card montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr die Schranken geöffnet – und Sperrmüll, Holz, Alteisen, Strauch- bzw. Grünschnitt abgeladen – werden. Zu den Zeiten zeichnen Videokameras das Treiben auf, wobei das Material beim Ausbleiben von Vorfällen automatisch gelöscht wird. Kartenloses Abladen von Altstoffen ist hier nur noch einmal im Monat möglich.
m In Hoheneich sind mindestens sieben kartenlose Öffnungstage angedacht, die Öffnungszeiten mit E-Card stehen noch zur Diskussion.