Erstellt am 24. Februar 2016, 05:59

von Markus Lohninger

Flüchtlinge in Grenzstation?. Eigentümer stoppt Verkauf von Grenzhaus Nagelberg – um Reserven für eventuelle Flüchtlings-Engpässe zu schaffen. Gemeindeführung fordert zuerst Diskussion..

Eigentümer BIG setzte den Verkaufsprozess aus: Am Grenzübergang Neu-Nagelberg - der trotz des Namens ins Gmünder Gemeindegebiet fällt - könnten Flüchtlinge untergebracht werden.  |  NOEN, C. Deutsch

Vorigen Sommer wurde in der Bevölkerung darüber gemunkelt, am 20. Februar bestätigte es die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG): Sie hält – wie ihr Sprecher Ernst Eichinger dem ORF sagte – angesichts der Flüchtlingssituation vier erfolglos zum Verkauf angebotene NÖ Grenzstationen als „Liegenschaftsreserven, um zur Not aushelfen zu können.“ Darunter ist auf unbestimmte Zeit auch das Abfertigungsgebäude in Neu-Nagelberg.

Die BIG halte, wie der ORF weiter berichtet, laufenden Kontakt zu Innenministerium und Flüchtlingskoordinator Christian Konrad, um im Fall der Fälle Quartiere zur Verfügung stellen zu können.

Gmünd ist Flüchtlings-Hotspot im Waldviertel

Bloß: Der Grenzübergang Neu-Nagelberg steht bei Neu-Nagelberg, befindet sich aber auf Gmünder Gemeindegebiet – weil die Gemeindegrenze ungefähr entlang der Bahngleise verläuft. Und die Stadt Gmünd ist mit etwa 200 Flüchtlingen jetzt schon größter Flüchtlings-Hotspot im Waldviertel.

Auch deshalb reagiert Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) etwas irritiert auf die Meldung. „Ich bin nicht gegen oder für die Aufnahme von Flüchtlingen in dem Gebäude“, sagt sie: „Ich denke aber, dass zuerst jene Gemeinden welche aufnehmen sollten, die immer noch keine haben. Und ich denke, dass die Gemeinde vorab in Planungen eingebunden werden sollte, um das Für und Wider zu diskutieren.“

Trotz der bereits hohen Zahl an Flüchtlingen in Gmünd bekommt Rosenmayer immer wieder auch weitere Anfragen von potenziellen Vermietern für größere Unterkünfte. Sie sei allerdings, wie sie betont, gegen große Gruppen, „kleine Gruppen sind für Flüchtlinge und auch für das Umfeld einfach besser.“