Gmünd

Erstellt am 18. August 2016, 03:30

von Markus Lohninger

Neuer Betrieb im Zentrum. Familientradition Allram geht in dritte Generation: Gabriela Steiner macht sich am Stadtplatz selbständig – und baut komplett neue Putzerei auf.

Noch stehen Gabriela Steiner und Töchterchen Marie-Christine vor einem leeren Geschäft mit leerer Auslage. Ab 9. September öffnet am Stadtplatz 25 aber die neue „Kleiderreinigung Steiner“ die Pforten.  |  noen, M. Lohninger

Die Oma tat es, die Mutter, zwei Cousins und eine Cousine tun es aktuell in Heidenreichstein, Horn, Waidhofen und Wien: Die Familie Allram hat sich nach dem Start des ersten Wäschereibetriebes 1954 zur Putzerei-Dynastie entwickelt – aus deren Mitte mit Gabriela Steiner nun die dritte Generation nachrückt. Ausgerechnet am Ort der 2012 nach vielen Jahrzehnten aufgelassenen Putzerei Auer in Gmünd wagt Steiner am 9. September mit der „Kleiderreinigung Steiner“ den Sprung in die Selbständigkeit.

Als sie sich in das Haus am Stadtplatz 25 verliebt hatte, da wusste die Heidenreichsteinerin gar nichts von dessen textiler Vorgeschichte. „Mir ist es einfach ins Auge gestochen, als ich zu Silvester die Bahnhofstraße herunter gefahren bin“, sagt sie.

Vorige Woche hat sie den Mietvertrag für das leere Objekt mit der Familie Pilz unterschrieben, in den nächsten Tagen wird darin eine komplett neue Textilreinigung mit Bügelei im hinteren Zimmer, Nassreinigung im Mittelteil und Textilreinigungs-Maschine zur Trockenreinigung im vorderen „Produktions- und Verkaufsraum“ aufgebaut. Die Investitionssumme für die Neuanschaffungen liegen im hohen fünfstelligen Euro-Bereich.


 Putzerei als moderner Dienstleistungs-Betrieb

Steiner sieht die künftige Putzerei als modernen Dienstleistungs-Betrieb. „Sie wird nicht wie eine sterile Putzerei aussehen, sondern soll einen boutiqueartigen Flair verströmen und ein Ort zum Wohlfühlen sein“, kündigt sie an. Auch auf Beratung will sie setzen.
Das Putzen und Reinigen liegt Gabriela Steiner im Blut. Sie wuchs in der Putzerei auf, die ihre Großmutter einst gegründet und dann an Steiners Mutter Gabriela Allram übergeben hatte, sammelte dort jahrelange Erfahrung.

Zwar war sie nach der Schule dem Ruf in die Kanzleileitung bei einem Wiener Anwalt gefolgt, die Liebe brachte sie aber zurück. Steiner gründete mit Lebensgefährte Georg Willert, mit dem sie nun auch die Putzerei startet, eine Familie und brachte Tochter Marie-Christine (3) zur Welt.

Beruflich ackerte sie sich in eineinhalb Jahren durch die Lehrausbildung zur Textilreinigerin für Wäscher/Wäschebügler, Färber und Chemischputzer an der Berufsschule Schrems, durch die Meisterprüfung und die Ausbildnerprüfung – will sie doch mittelfristig auch selbst Fachkräfte ausbilden.

Mit Blick auf das pulsierende Leben der Fußgängerzone fühlt sich Steiner am Stadtplatz inmitten feiner Boutiquen mit mode- und qualitätsbewusster Kundschaft pudelwohl. Dazu tragen auch die Reaktionen der Nachbarn und neugieriger Passanten bei: „Alle freuen sich, dass wir hier eine Putzerei eröffnen. Man merkt, dass eine solche Einrichtung hier fehlte.“