Gmünd

Erstellt am 05. April 2017, 06:00

von Markus Lohninger

ÖBB-Areal: Ansturm auf Siedlungsgebiet. Sechs Vormerkungen bereits vor Parzellierung und Start des Grundstücks-Verkaufes! Abriss soll zügig voranschreiten, Architekten arbeiten Entwürfe aus.

Der rötlich markierte Bereich soll bis zur Kleingartensiedlung bald aufgeschlossen werden.  |  Karte: Google Maps; Grafik: Bischof

Wenn die Rewe-Gruppe an ihren Plänen für die Eröffnung eines ersten Merkur-Marktes im Oberen Waldviertel und der Bipa-Filiale festhalten will, dann sollte es auf den alten ÖBB-Gründen allmählich mit den Abbrucharbeiten Schlag auf Schlag gehen – ist der Baustart doch bereits für den Mai geplant.

Bis da soll in Zusammenarbeit von Stadtgemeinde und Leyrer+ Graf auch gegenüber dem NÖVOG-Bahnhof die neue Park& Ride-Anlage für ÖBB-Kunden angelegt sein, weil hinter dem Postgebäude etliche Stellplätze für die Bipa geopfert werden.

"Davon möchten wir uns inspirieren lassen"

Rasch soll zudem entschieden werden, wie es mit dem fast 27.000 m 2 großen hinteren Bereich des Areals weitergehen wird, das einen Steinwurf vom Großen Harabruckteich entfernt als attraktives neues Siedlungsgebiet erschlossen wird. Immerhin sechs Voranmeldungen für Baugrundstücke liegen nach Auskunft des für Liegenschaften zuständigen Stadtrates Benjamin Zeilinger (FPÖ) am Gemeindeamt vor – obwohl es bis dato weder Parzellierungen, noch Verkaufs-Angebote gibt.

Die Kleingärten im „Feuchten Eck“ beim Kleinen Harabruckteich sind derzeit von den Planungen nicht betroffen. Für sie wurden aber erstmalig Pachtverträge für je ein Jahr abgeschlossen, die Option auf eine Erweiterung des Siedlungsgebietes in diese Richtung könnte eines fernen Tages also gezogen werden.

Zunächst geht es, wie Zeilinger zur NÖN sagt, um die Ausgestaltung der etwa 21.400 m 2 großen Kernfläche zwischen „Feuchtem Eck“ und dem künftigen Merkur-Markt. Er spricht von einem Förderansuchen beim Land NÖ für die Einbindung dreier Architekten, die zur Erstellung von Parzellierungs-Entwürfen eingeladen wurden. „Davon möchten wir uns inspirieren lassen“, sagt Zeilinger.

Die Idee: Reihenhäuser, Wohnblock & Baugründe

Berücksichtigt werden soll dabei die Grundidee der Stadtgemeinde. So werden nach dem Kreisverkehr wie berichtet zunächst Parkplatz, Filialen und Lieferanten-Zufahrt für Merkur und Bipa kommen. Daran anschließend ist ein Wohnblock mit günstigem Wohnraum angedacht, den die Stadt selbst oder mit einem Partner entwickelt und errichten lässt. Bedarf dafür sieht Zeilinger absolut, „Gemeindewohnungen sind fast zu hundert Prozent ausgelastet“. Das niedrige Zinsniveau biete den perfekten Rahmen zur Schaffung günstigen Wohnraumes.

Der nächste Bereich soll den Mangel an Reihenhäusern in der Bezirkshauptstadt beheben helfen. Und: Für den Platz dahinter sollen in Richtung Kleingartensiedlung zudem Baugründe parzelliert werden. – Vorgaben für die Architekten betreffen unter anderem auch die verkehrstechnische Erschließung sowie die Abgrenzung zum ÖBB-Bahnhof.

Die Parzellierung soll vor dem Sommer erfolgen, wobei Anliegen von Interessenten so weit wie möglich berücksichtigt werden sollen. Benjamin Zeilinger: „Dann soll feststehen, was wo kommt.“ Und dann soll auch bereits gekauft werden können.

Stärkere Boden-Verunreinigungen werden nach Erdproben von Gutachtern nicht erwartet, einzig im Bereich der früheren Tankstelle wird mit einem größeren Bodenaushub gerechnet.